Aktionen / Kampagnen
20. März: Entgeltgleichheit schaffen - Ursachen angehen!
15.02.2009 - 31.03.2009
„Um diese anachronistische Gerechtigkeitslücke, endlich zu schließen, brauchen wir mehr als einen gesellschaftlichen Mentalitätswandel. Wir brauchen neue, geschlechtergerechte Bewertungssysteme, wir brauchen neue überprüfbareTarifverträge, und wir brauchen flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten. Wir brauchen endlich ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, denn es hat sich bislang gezeigt, dass freiwillige Verpflichtungen nicht zum Ziel führen.“
Marlies Brouwers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates
Neues vom Equal Pay Day
Aufruf des Aktionsbündisses zum Equal Pay Day
Aktivitäten und Termine zum Equal Pay Day
Koordination und Kontakt
Equal Pay Day in den Medien
Aufruf zum Equal Pay Day
Weil Frauen durchschnittlich deutlich weniger verdienen als Männer, weil die Entgeltunterschiede zu Ungunsten von Frauen in Deutschland zwischen 22 und 23 Prozent liegen, weil sich diese Einkommenskluft - der so genannte Pay Gap- seit vielen Jahren nicht schließt, sondern eher verbreitert, wurde für den 20. März der Equal Pay Day in Deutschland ausgerufen - der Tag für gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit.
Entgeltgleichheit schaffen - Ursachen angehen
So lautet das Motto des Tages, zu dem das Nationale Aktionsbündnis aufruft. Dazu gehören:
- Bund der Arbeitgeber (BDA)
- Verband der Unternehmerinnen (VdU)
- Deutscher Frauenrat (DF),
- Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros (BAG)
- Business and Professional Women Germany (BPW)
Der BPW Germany hat bereits im vergangenen Jahr mit Erfolg den ersten Deutschland-weiten Equal Pay Day initiiert.
Das Aktionsbündnis will:
- die Debatte über die Gründe der Entgeltuntschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit tragen,
- alle AkteurInnen sensibilisieren und mobilisieren,
- das Bewusstsein für die Ursachen von Entgeltunterschieden schärfen,
- die unterschiedlichen Karrierechancen in den einzelnen Berufen und Branchen darstellen und Wege zur Überwindung der Unterschiede aufzeigen,
- sich für einen zügigen Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland einsetzen,
- die unterschiedlichen Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen darstellen und Wege aufzeigen, die zur Erreichung einer Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern beitragen können.
Um diese Ziele zu erreichen, führen am und um den 20. März 2009 verschiedene BündnispartnerInnen zahlreiche Aktionen in ganz Deutschland durch. Denn erst an diesem Tag haben Frauen, legt man den durchschnittlichen Entgeltunterschied zu Grunde, das Jahreseinkommen 2008 eines Mannes erzielt. Im Mittelpunkt der Aktionen stehen rote Taschen, die die roten Zahlen in den Geldbörsen von Frauen symbolisieren.
Das Nationale Aktionsbündnis, das vom BMFSFJ gefördert wird, ruft alle Verbände und Organisationen auf, sich an den 20.-März-Aktionen zu beteiligen.
Aufruf des Nationalen Aktionsbündnisses
Aktivitäten und Termine
Equal Pay Day-Aktivitäten der BPW Germany
Equal Pay Day-Aktivitäten der anderen BündnispartnerInnen
Koordination und Kontakt
Koordination des Aktionsbündnisses zum Equal Pay Day
Ilona C. Kneißler
Kneippweg 45
25746 Heide
Fon: 04 81 - 42 11 49 34
Fax: 04 81 - 42 11 49 35
mobil: 01 73 - 2 805 206
i.kneissler@bpw-germany.de
www.equalpayday.de
Neues vom Equal Pay Day
BPW kündigt weltweite Kampagne an
New York, 6.3.2009 - Die Business and Professional Women International (BPW I) wollen eine weltweite Equal Pay Kampagne starten. Das kündigte deren Präsidentin, Liz Benham am 4. März in New York an.
Internationaler Workshop in der deutschen UN-Botschaft
Am Rande der UN-Frauenrechtskonferenz trafen sich Vertreterinnen verschiedener nationaler BPW-Sektionen und anderer NGOs mit Vertreterinnen der deutschen und österreichischen Regierung und der EU in der deutschen UN-Botschaft zu einem internationalen Workshop.
Als Rednerinnen traten u.a. auf: Eva Maria Welskop Deffaa, Leiterin der Abteilung Gleichstellung im BMFSFJ, Elizabeth Broderick, Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung der Österreichischen Menschenrechtskommission, Belina Pyke, Leiterin der Abteilung Gleichstellung bei der EU-Kommission, Bettina Schleicher, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates und Diane Polack, Vorsitzende von BPW USA. Die beiden letzt genannten berichteten über ihre jüngsten Erfahrungen mit Equal Pay Kampagnen in ihren Ländern.
Väterzeit gegen Karriereknick
Um die Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern zu verringern, forderten die Teilnehmerinnen u. a. mehr Gesetze, die durch finanzielle Anreize Väter gleichberechtigt in die Kinderbetreuung einbeziehen. Auf diese Weise würde der Karriereknick von Frauen verringert, der Wert bestimmter Tätigkeiten verändert, und ein neues Bewusstsein auch bei Arbeitgebern geweckt.
Die Ankündigung einer weltweiten Equal Pay Kampage traf zeitlich mit dem von der EU erstmals ausgerufenen Equal Pay Day zusammen. Er will auf die Entgeltdiskriminierung von Frauen in der EU aufmerksam machen. Diese liegt derzeit bei durchschnittlich 15 Prozent.
Fair Pay in den USA
In den USA ist Equal Pay schon seit längerem ein wichtiges Thema. So hat Präsident Obama bereits am 29. Januar, nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt, den „Lilly Ledbetter Fair Pay Act“ unterzeichnet. Das Gesetz soll Entgeltdiskriminierung auf Grund von Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe unterbinden. Es hebt ein Urteil des Obersten Gerichtshof der USA auf, nach dem Beschäftigte nur sechs Monate Zeit haben, um gegen geringeren Lohn zu klagen. „An unseren Arbeitsplätzen gibt es keine Bürger zweiter Klasse", sagte Obama bei der Unterzeichnung.
Das Gesetz trägt den Namen einer inzwischen 70 Jahre alten ehemaligen Angestellten einer Reifenfirma, die erst kurz vor ihrer Pensionierung feststellte, dass sie dort während ihrer 19 Arbeitsjahre für dieselbe Arbeit rund 200.000 Dollar weniger bekommen hatte als ihre Kollegen. Sie zog mit ihrer Klage auf einen rückwirkenden Lohnausgleich bis vor das Oberste Gericht, wurde dort aber 2007 abgewiesen. Zur Begründung hieß es, Beschäftigte müssten spätestens sechs Monate, nachdem es zum ersten Mal zu einer diskriminierenden Bezahlung kam, Klage einreichen.
Laut des U.S. Census Bureaus verdienen Frauen in einer Vollzeitbeschäftigung im Durchschnitt 78 Cent im Vergleich zu einem Dollar, die ein Mann bekommt. Dieser Unterschied fällt für nicht-weiße Frauen noch schlechter aus. So verdienen schwarze Frauen im Schnitt nur 66 Cent und Latinas nur 54 Cent. 21 Prozent aller Frauen über 65 Jahren sind von Altersarmut bedroht, bei den Männern sind es 16 Prozent.
Quelle: BPW I
Kontakt: presidents.office@bpw-international.org
Gender Pay Gap - die Website der EU-Kommission
Equal Pay Day in den Medien
27.2.2009
Schweriner Volkszeitung
Kein alter Hut - Frauen fordern mehr Rechte ein
25.2.2009
ZDF-Morgenmagazin
Rollendenken drückt Lohn der Frauen
Dr. Bettina Schleicher, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates im Interview
23.2.2009
Focus online
Männer verdienen deutlich mehr als Frauen
Zweiwochendienst
Frauenverbände und Wirtschaft gründen Aktionsbündnis für gleiches Entgelt
Erstellt am: Sonntag 22. Februar 2009
Thema: Arbeit , Wirtschaft, Gleichstellungspolitik,



