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Beschlüsse

Kinderarmut bekämpfen

Der Deutsche Frauenrat befürwortet folgende Forderungen:

1. Damit Bildung und Erziehung gelingen können, müssen Eltern ihren Kindern von Anfang an Zeit und Aufmerksamkeit widmen. Eltern müssen in der Lage sein, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Lebens¬planung und das Wohl ihrer Kinder miteinander vereinbaren. Dafür brauchen sie Unterstützung, denn Kinder sind nicht nur familiäres Glück, sondern auch gesellschaftlicher Reichtum. Dort, wo das Kindeswohl gefährdet erscheint, müssen den Eltern niederschwellige und wirksame Hilfsangebote gemacht werden. Betreuungsangebote müssen ausgebaut und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden.

2. Steuerliche Maßnahmen zum Wohle von Kindern sollen nachvoll¬ziehbar sein. Schon heute unterliegen zahlreiche wichtige Kinderar¬tikel dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz. Doch die Regelungen sind insgesamt unübersichtlich. Daher soll auch unter dem Gesichtspunkt der Finanzierbarkeit geprüft werden, wo in Zukunft grundsätzlich der untere Mehrwertsteuersatz angewendet werden kann. Ziel muss sein, auf typische Kleinkind- und Kinderprodukte des täglichen Bedarfs den ermäßigten Mehrwertsteuersatz anzuwenden.

3. Armut beginnt häufig als Bildungsarmut. Frühkindliche Förderung ist ein Schlüssel zur Armutsprävention. Erziehung, Bildung und Betreuung gehören zusammen. Der Ausbau des Betreuungsangebots für unter Dreijährige gewinnt für eine frühkindliche Bildung immer mehr Bedeutung. Sie bietet Vätern und Müttern eine Chance, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Für Alleinerziehende bedeuten mehr Betreuungsangebote häufig die einzige Möglichkeit auf eine erneute Berufstätigkeit. Der Beschluss der BR 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren bis 2013 ein Betreuungsangebot in Tagespflege und Kindertagesstätten schaffen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

4. Erziehung, Bildung und Betreuung gehören zusammen. Die Kindertagespflege muss attraktiver ausgestaltet und die Qualifizierung der Kindertagesmütter und -väter verbessert werden. Mittelfristig soll mindestens das letzte Kindergartenjahr verpflichtend und beitragsfrei angeboten sowie die Verzahnung mit den Grundschulen vorangetrieben werden. Zur Überwindung von Bildungsarmut muss auch sichergestellt werden, dass kein Kind aus materiellen Gründen die Angebote von Ganztagseinrichtungen nicht wahrnehmen kann. Voraussetzung ist eine nachhaltige und solide Finanzierung, die nicht einseitig zu Lasten der Kommunen geht. Das frühzeitige Erkennen und die angemesse¬ne Förderung von Kindern mit Lernschwächen wie auch von Hoch¬begabten soll ein fester Bestandteil der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sowie der Lehrerbildung werden.

 

5. Der frühe und unkomplizierte Zugang zu Beratungs- und Hilfsangeboten für Eltern ist genauso wichtig wie die Kooperation von Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe. Um Kinder vor Verwahrlosung und Misshandlung zu schützen, müssen Anzeichen frühzeitig erkannt werden. Damit die Prävention durch Früherkennungsuntersuchungen verbessert werden kann, setzt sich der Deutsche Frauenrat dafür ein, dass alle Kinder an diesen Untersuchungen teilnehmen. Tagespflege, Kindertageseinrichtungen und Kinderärzte sollen verstärkt für ein soziales Frühwarnsystem gewonnen werden.

Beschluss vom 01.12.2007


 

Erstellt am: Samstag 01. Dezember 2007

Thema: Familienrecht , Familienpolitik,





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