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Beschlüsse

Offener Brief zum Krieg in Afghanistan:

An den Kanzler der Bundesrepublik Deutschland

Herrn Gerhard Schröder

 

Stoppen Sie den Krieg in Afghanistan!

 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

 

die Mitgliederversammlung des Deutschen Frauenrates, die vom 9. - 11. November 2001 in Braunschweig getagt hat, wendet sich in großer Sorge an Sie:

 

Wir sind entsetzt über die Entwicklung, die der Krieg in Afghanistan nimmt, der als Antwort auf die terroristischen Attacken vom 11. 9. 2001 Anfang Oktober begonnen wurde, und die "uneingeschränkte Solidarität" Ihrer Regierung hat. Kriegerische Maßnahmen sind ungeeignet, um Terroristen und ihre Helfer einer gerechten Bestrafung zuzuführen und ihnen weltweit den Boden zu entziehen. Die bereits über vier Wochen anhaltenden Bombardements treffen vor allem die Zivilbevölkerung und sind ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Besonders Frauen und Kinder sind die Opfer dieser kriegerischen Auseinandersetzung.

 

Schicken Sie keine deutschen Truppen in diesen Krieg, der von einem großen Teil der Bevölkerung dieses Landes abgelehnt wird. Helfen Sie, ihn zu stoppen und die Spirale der Gewalt zu unterbrechen. Machen Sie sich zusammen mit Ihren europäischen Amtskollegen dafür stark, dass im Kampf gegen Fundamentalismus und Terrorismus nicht-militärische, friedensschaffende Strategien zum Einsatz kommen.

 

Wir machen uns Sorgen um die Zukunft Afghanistans. Wer werden die AkteurInnen, die Garanten für eine Gesellschaft "danach" sein, in der die Menschenrechte - auch und gerade die der Frauen - prinzipiell gewahrt und geachtet werden müssen?

 

Setzen Sie sich dafür ein, dass die Bevölkerung Afghanistans - unter dem Schutz der Vereinten Nationen - die zukünftige Gestaltung ihres Landes selbst bestimmen kann, und dass Frauen - gemäß der UN-Resolution 1325 vom 31. Oktober 2000 - nicht nur in diese Verhandlungen einbezogen, sondern überall an Friedensprozessen und Initiativen zur Konfliktlösung beteiligt werden.

 

Nicht zuletzt sind wir besorgt über die politische Entwicklung in unserem eigenen Land. Gewiss wünschen wir uns wirksame Maßnahmen zum Schutz unserer Rechte, unserer Freiheit und unserer Sicherheit. Aber sie müssen dahin gehend überprüft werden, ob sie tatsächlich tauglich sind, terroristische Anschläge auf unser Land zu verhindern. Alles andere birgt lediglich die Gefahr, diese Rechte und Freiheiten einzuschränken.

 

Lassen Sie nicht zu, Herr Bundeskanzler, dass die Terroristen unsere demokratisch verfasste Gesellschaft nachhaltig stören.

Beschluss vom 11.11.2001


 

Erstellt am: Sonntag 11. November 2001

Thema: Ausländerinnenpolitik,Menschenrechte,





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