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Ich frage mich manchmal, ob Männer und Frauen wirklich zueinander passen. Vielleicht sollten sie einfach nebeneinander wohnen und sich nur ab und zu besuchen.

(Katherine Hepburn, 1907-2003, amerikanische Schauspielerin)

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Beschlüsse

Herausforderungen für die geschlechtersensible Bildung Sicht des Deutschen Frauenrates auf die Debatte um die vermeintliche Jungenbenachteiligung und Feminisierung des Bildungsbereichs

Der Deutsche Frauenrat setzt sich für ein geschlechtersensibles und demokratisches, inklusives Bildungswesen mit emanzipatorischen Inhalten in Deutschland ein.  

In der aktuellen Debatte um die Benachteiligung von Jungen im Bildungswesen stellt der Deutsche Frauenrat eine mangelnde Differenzierung fest: Bei genauerem Blick zeigt sich, dass es eher bestimmte Jungen sind, die benachteiligt sind, während andere Jungen im deutschen Bildungssystem eher Vorteile haben. Außerdem basieren die Forderungen nach jungengerechter Bildung auf Zuschreibungen, die  überkommene Rollenstereotype wiederholen und damit für viele Jungen und Mädchen eher Einschränkungen von Entwicklungsmöglichkeiten darstellen als dass sie unausgelebten Bedürfnissen Rechnung tragen, wie häufig behauptet wird.  

Der Deutsche Frauenrat wendet sich entschieden gegen die Behauptung, weibliche Lehrkräfte trügen die Verantwortung für die tendenziell schlechteren Schulleistungen der Jungen bzw. mancher Jungen. Sie ist wissenschaftlich nicht belegt und für eine geschlechterbewusste Bildungspolitik kontraproduktiv. Was wir brauchen, sind nicht einfach mehr Männer in pädagogischen Berufen, sondern geschlechterreflektierte Pädagogen/innen und Konzepte für eine geschlechtersensible Pädagogik, sowie eine an Gleichstellung orientierte Organisation von Bildungsinstitutionen. 

Der Deutsche Frauenrat begrüßt eine Diskussion über Geschlecht als Faktor von Ungleichheit und eine Sensibilisierung für die Probleme, die im Zuge des Wandels von Arbeits- und Geschlechterverhältnissen entstehen. Wir begrüßen die Thematisierung der vielfältigen Lebenssituationen von Jungen und Männern und den Einbezug von Männern in Gleichstellungspolitik unter Berücksichtigung der historisch gewachsenen Geschlechterhierarchien.

Beschluss vom 07.11.2010


 

Erstellt am: Sonntag 07. November 2010

Thema: Bildungspolitik,





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