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EU-Kommissarin Viviane Reding auch für Gleichstellung zuständig

Viviane Reding bei der Anhörung im Europäischen Parlament

Viviane Reding bei der Anhörung im Europäischen Parlament, Foto: EU

Mit mehr als drei Monaten Verspätung haben die neuen KommissarInnen der Europäischen Union ihre Arbeit in Brüssel aufgenommen. Erst am 9. Februar bestätigte das Parlament mit 488 Ja- gegen 137 Nein-Stimmen bei 72 Enthaltungen die neue EU-Kommission. Ab sofort wird deren Vizepräsidentin, Viviane Reding, zuständig für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der EU sein. Der luxemburgischen Christdemokratin wurden die Ressorts Justiz, Grundrechte, Bürgerschaft zugeteilt.

Von den insgesamt 27 Kommissionsmitgliedern sind lediglich neun weiblich. Das entspricht einem Frauenanteil von nur 33 Prozent. Ein Schlag ins Gesicht für die europäischen Frauenverbände, allen voran die Europäische Frauenlobby (EWL), die mit ihrer Kampagne 50:50 parity democracy für eine weit höhere Frauenquote in der Europäischen Politik gekämpft hatte. Prominente Unterstützung hatte die EWL mit Kommissionspräsident Barroso und der früheren Vizepräsidentin der Kommission, Margot Wallström, sogar aus den Reihen der Kommission selbst bekommen.

Reding will starke EU-Kommissarin für Gleichstellung sein

Für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Kommission ist ab sofort die luxemburgische Kommissarin Viviane Reding zuständig. Die Christdemokratin hat sich nach eigenen Worten für die nächsten fünf Jahre vorgenommen, eine “starke EU-Kommissarin für die Gleichstellung der Geschlechter zu sein. Ich werde daran arbeiten die Gleichstellung von Frauen und Männern in der gesamten EU, sowie in allen EU-Politikbereichen stärken. Prioritäten werden dabei sein das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu verringern, Frauen verstärkt in Beschlussfassungen einzubinden und Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen”.

Reding (58) war bereits unter Romano Prodi Kommissarin für Bildung und Kultur und in der ersten Barroso-Kommission Kommissarin für audiovisuelle Medien und Informationsgesellschaft.
In der neuen Kommission ist sie Vizepräsidentin und Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft. Ihr unterstehen die Abteilungen A, D und E der Generaldirektion Justiz, Freiheit und Sicherheit (JLS), die Generaldirektion Kommunikation (COMM) in erweitertem Zuschnitt 9 und die Abteilung G der Generaldirektion Arbeit, Soziales und Gleichstellung (EMPL). Reding ist außerdem für die Agentur für Grundrechte (FRA), das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE), die Einheit für justizielle Zusammenarbeit (EUROJUST) sowie das Amt für Veröffentlichungen (OP) zuständig.

Anfang 2010 soll Reding einen Aktionsplan zum Stockholmer Programm zum Schutz der Grundrechte und des Privatlebens vorlegen und verhandeln. Zu ihren Hauptaufgaben gehören die Gewährleistung der europäischen Grundrechte in den Mitgliedstaaten, der Kampf gegen Rassismus und andere Diskriminierung, die Kinderrechte und der Datenschutz.

Alle EU-Kommissarinnen im Überblick:

  • Catherine Ashton (Großbritannien), Vizepräsidentin, Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik
  • Viviane Reding (Luxemburg), Vizepräsidentin, Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft
  • Neelie Kross (Niederlande), Vizepräsidentin, Digitale Agenda
  • Androulla Vassiliou (Zypern), Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend
  • Máire Geoghegan-Quinn (Irland), Forschung, Innovation und Wissenschaft
  • Maria Damanaki (Griechenland), Maritime Angelegenheiten und Fischerei
  • Kristalina Georgieva (Bulgarien), Internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion
  • Connie Hedegaard (Dänemark), Klimapolitik
  • Cecilia Malmström (Schweden), Inneres

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link in neuem FensterWebsite der EU-Kommissarin Viviane Reding



AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Dienstag 23. Februar 2010

Thema: Europa, Partizipation, EU, Geschlechterdemokratie, Gleichstellungspolitik,





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