Informationen
EU-Kommission erklärt Gleichstellung zur Querschnittsaufgabe

Foto: Motiv im Rahmen der Informationskampagne zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle der Europäischen Kommission
Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern soll in Europa in den nächsten fünf Jahren deutlich verringert werden. Unter anderem darauf hat sich die Kommission in ihrer Erklärung zum Internationalen Frauentag, der so genannten Frauen-Charta, festgelegt.
Die Kommission kündigte an, sich „für eine entschlossene Mobilisierung sämtlicher Instrumente, sowohl legislativer als auch nichtlegislativer Art“ einzusetzen, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle abzubauen: „Die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern verursacht Kosten, die sich Europa nicht leisten kann“, heißt es in der Mitteilung.
Negative Auswirkungen auf wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt
Grundsätzlich wirke sich die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern „negativ auf den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt, das nachhaltige Wachstum, die Wettbewerbsfähigkeit und die Bevölkerungsalterung in Europa“ aus, ist dei Kommission überzeugt. Aus diesem Zusammenhang heraus sieht sie die Notwendigkeit, den Gleichstellungsaspekt im Rahmen der neuen Strategie „EU 2020“ voll zu berücksichtigen.
Im Zentrum der neuen Wirtschaftsstrategie „Europa 2020“ stehen die Überwindung der Krise und die Vorbereitung der EU-Wirtschaft auf das nächste Jahrzehnt. Dabei sollen drei Schlüsselelemente auf EU-Ebene und der Mitgliedstaaten Wachstum generieren: intelligentes Wachstum (Förderung von Wissen, Innovation und Bildung sowie der digitalen Gesellschaft), nachhaltiges Wachstum (ressourceneffizientere Produktion bei gleichzeitiger Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit) und integratives Wachstum (Erhöhung der Beschäftigungsquote, Qualifizierung und Bekämpfung der Armut).
Um die Gleichstellung von Frauen und Männern umfassend zu verwirklichen, will die Kommission in ihrer gesamten Amtszeit „der Geschlechterperspektive in allen unseren Politikbereichen stärkeres Gewicht verleihen und spezifische Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter vorstellen“. Wir verpflichten uns, die zur Umsetzung dieses Ziels nötigen Ressourcen bereitzustellen.
Schärferes Vorgehen gegen Gewalt
Die Charta versteht die Kommission auch als Antwort auf die Forderung des Europäischen Parlaments, schärfer gegen Gewalt vorzugehen. „Ich bin sehr stolz darauf, dass ich mit der Ausarbeitung eines umfassenden und wirksamen politischen Konzepts für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen betraut wurde. Denn hier werden Grundrechte verletzt; die Menschenwürde, das Recht auf Leben und die Unverletzlichkeit der Person. Ich werde dafür sorgen, dass die Strategie entschlossene Maßnahmen gegen die Genitalverstümmelung bei Frauen beinhaltet“, erklärte Vizepräsidentin Viviane Reeding, EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft.
Eine neue, zeitgleich mit der Charta veröffentlichte Europabarometer-Umfrage zur Gleichbehandlung der Geschlechter zeigt, dass nach Ansicht von 62 Prozent der EuropäerInnen in vielen Gesellschaftsbereichen nach wie vor Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen herrschen. Aus der Umfrage geht außerdem hervor, dass die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen neben dem Abbau von geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden für die EuropäerInnen zu den beiden wichtigsten politischen Anliegen gehören (92 % bzw. 82 % der Befragten gaben an, dass diese Themen dringend angegangen werden müssen). 61 Prozent sind auch der Ansicht, dass die EU gegen geschlechtsbedingte Ungleichheiten vorgehen sollte.
Für Mitte 2010 kündigt die Kommission auch eine Gleichbehandlungs-Strategie an, die einen koordinierten Rahmen für Maßnahmen in sämtlichen EU-Politikbereichen bilden wird.
Weitere Informationen:
Ein verstärktes Engagement für die Gleichstellung von Frauen und Männern
Eine Frauen-Charta
Mitteilung der Kommission (KOM(2010)78 - PDF, 23 KB)
Erstellt am: Freitag 12. März 2010
Thema: Europa, EU, Entgeltgleichheit, Gewalt,


