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Deutscher Frauenrat unterstützt von der Leyen in Sachen Quote
Die Bundesarbeitsministerin fordert eine feste 30-Prozent-Quote für Toppositionen in der Wirtschaft. Die Lobby der Frauen freut sich über diese deutlichen Worte. Gesetzliche Maßnahmen zur Steigerung des Frauenanteils in den Entscheidungsgremien seien längst überfällig und notwendig, denn freiwillige Vereinbarungen brächten erfahrungsgemäß nicht den gewünschten Erfolg, heißt es in einem Brief der DF-Vorsitzenden Marlies Brouwers an Ursula von der Leyen.
Der Brief im vollen Wortlaut:
Berlin, 7. Februar 2011
Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
mit großer Spannung verfolgt der Vorstand des Deutschen Frauenrates die Diskussion um die Einführung einer Frauenquote in der Privatwirtschaft. Die Frage, wie das von vielen verbal gutgeheißene Ziel, den Frauenanteil in den Entscheidungsgremien in der Wirtschaft zu erhöhen, tatsächlich erreicht werden kann, beschäftigt nicht nur den Deutschen Frauenrat, sondern auch Frauen in den Unternehmen selbst, aber auch in der Parteien seit Jahren.
Bekanntlich fordert die Lobby der Frauen seit etlichen Jahren ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft. Denn wir teilen ganz und gar Ihre Einschätzung, dass die freiwillige Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der Deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2001 bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat – und vermutlich auch in absehbarer Zeit nicht bringen wird. Gesetzliche Quoten für Entscheidungsgremien werden sicherlich – wie die Entwicklung in anderen Ländern zeigt – deutlich besser dazu beitragen, eine sowohl aus demokratischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvolle Erhöhung des Frauenanteils zu erreichen.
Im Jahr 2009 hat der Deutsche Frauenrat eine gesetzliche Quote von mindestens 40 Prozent für Aufsichtsgremien gefordert; vor diesem Hintergrund freuen wir uns über Ihre deutlichen Worte, die mit Blick auf die Besetzung der Vorstände über unsere bisherigen Forderungen sogar hinausgehen. Wir hoffen sehr, dass die lebhafte öffentliche Diskussion bald zu einem entsprechenden Ergebnis führt, dass es Ihnen und uns gemeinsam gelingt, die Skeptiker/innen zu überzeugen – und dass es uns allen erspart bleibt, dass auch in dieser Frage erst eine entsprechende Regelung der Europäischen Union notwendig wird, damit die Bundesregierung die längst überfälligen, notwendigen und sinnvollen gesetzlichen Maßnahmen ergreift.
Mit freundlichen Grüßen
Marlies Brouwers
Vorsitzende
Erstellt am: Dienstag 08. Februar 2011
Thema: Quote, Gleichstellungspolitik, Privatwirtschaft,



