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Europas Bücherwürmer sind weiblich

Foto: momosu/www.pixelio.de

Mädchen unterscheiden sind von Jungen im europäischen Raum vor allem durch ihren Leistungsvorsprung im Lesen. Wie eine neue Studie der Europäischen Kommission belegt, zeigt sich der Vorsprung von Mädchen durchgängig in allen Staaten, in unterschiedlichen Altersgruppen, Untersuchungszeiträumen und Bildungsgängen.

Leistungsunterschiede in Mathematik erst in höheren Jahrgangsstufen
Demgegenüber wurden in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften in den meisten Staaten keine Geschlechterunterschiede in der Gruppe der leistungsschwachen SchülerInnen festgestellt: Nur in rund einem Drittel der europäischen Bildungssysteme wurden verhältnismäßig viele Mädchen als SchülerInnen mit relativ schwachen Leistungen in Mathematik eingestuft.
In den meisten Staaten erzielen Schüler und Schülerinnen in der vierten und achten Jahrgangsstufe vergleichbare Ergebnisse in Mathematik. Erst in höheren Klassen wurde ein Leistungsvorsprung der Jungen insbesondere innerhalb einzelner Bildungsgänge und Jahrgangsgruppen festgestellt.

Mädchen und Jungen den Naturwissenschaften gleichermaßen zugeneigt
Am geringsten sind die Geschlechterunterschiede in den Naturwissenschaften. In der Mehrheit der Staaten erzielten Mädchen und Jungen in diesem Fachgebiet in etwa gleich gute Leistungen. Ebenso wenig konnte ein signifikanter Geschlechterunterschied in der Neigung von Jungen und Mädchen, die Naturwissenschaften in ihrer weiteren Ausbildung, im Studium oder im Beruf zu nutzen, ausgemacht werden.
Allerdings neigen Mädchen dazu, ihre Fähigkeiten im naturwissenschaftlichen Bereich zu unterschätzen: Obwohl Jungen und Mädchen gleichermaßen an den Naturwissenschaften interessiert sind, schätzen Mädchen im Durchschnitt ihre Fähigkeiten in naturwissenschaftlichen Fächern geringer ein als ihre Mitschüler.

Soziale Ungerechtigkeit nicht auf eine Ursache verengen
Trotz der mehr oder weniger starken Leistungsunterschiede von Mädchen und Jungen im Bildungsbereich unterstreicht die Europäische Kommission: "Trotzdem ist der sozio-ökonomische Hintergrund nach wie vor der wichtigste Faktor." Zugleich warnt die Kommission vor eindimensionalen Lösungen: Vielmehr wirke sich das Zusammenspiel der Faktoren Geschlecht, soziale Klasse und ethnischer Hintergrund auf das Verhalten und infolgedessen auf die Leistungen der SchülerInnen aus. "Eine Konzentration der politischen Maßnahmen auf nur eine Quelle von sozialer Ungerechtigkeit läuft Gefahr, die Komplexität der Erfahrungen innerhalb einer spezifischen Gruppe auszublenden und könnte die Entwicklung von zu einseitigen Lösungsansätzen zur Folge haben", heißt es in der EU-Studie.

Im März dieses Jahres hat die Europäische Kommission mit "Europa 2020" eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum gestartet. Zwei der insgesamt fünf Leitziele in Europa 2020 beziehen sich auf den Bildungsbereich: So soll bis 2020 der Anteil der SchulabbrecherInnen unter 10 Prozent liegen und 40 Prozent der jüngeren Generation einen Hochschulabschluss oder gleichwertigen Abschluss haben.

Die Studie der Kommission basiert auf der Arbeit des Eurydice-Netzes, das Bildungsdaten sammelt und analysiert. Sie deckt 29 Länder ab (alle EU-Mitgliedsstaaten - außer Bulgarien - sowie Island, Liechtenstein und Norwegen).

Weitere Informationen:

Volltext der Studie Öffnet externen Link in neuem Fenster„Geschlechterunterschiede bei Bildungsresultaten: Derzeitige Situation und aktuelle Maßnahmen in Europa"

Detaillierte Beschreibungen der jeweiligen nationalen gender-bezogenen Politik sind auf der Eurydice-Website (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.eurydice.org) abrufbar.




AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Montag 14. Juni 2010

Thema: Bildung, Europa, Naturwissenschaften, Chancengleichheit





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