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Wenn man den weiblichen Verstand schärft, indem man ihn bildet, ist Schluss mit dem blinden Gehorsam.

(Mary Wollstonecraft (1739-1797), englische Schriftstellerin, Philosophin und Frauenrechtlerin)

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Bundestag wird weiblicher

Foto: Siegfried Baier/www.pixelio.de

Im neu gewählten 17. Deutschen Bundestag sitzen mehr Frauen denn je. Von den insgesamt 622 Abgeordneten sind nach Angaben des Bundeswahlleiters 204 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 32,79 Prozent.

Zum Vergleich: Während der Anteil an weiblichen Abgeordneten mit der Bundestagswahl 2002 mit 32,2 Prozent seinen damaligen Höchststand erreichte, sank er mit der Wahl 2005 wieder auf 31,8.

Prozentual den höchsten Frauenanteil hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen (54,41 Prozent). Auch bei der Fraktion der Linken ging mehr als jedes zweite Mandat (52,63%) an eine Frau.

Bei den Volksparteien sieht es hier freilich schlechter aus: Während die SPD-Bundestagsfraktion ihre parteiinterne Quote von 40 Prozent fast erreichte (38,35), ging bei der CDU-Fraktion nur etwas mehr als jedes fünfte Mandat (21,64%) an eine Frau. Das Frauenquorum der CDU, wonach Frauen zu mindestens einem Drittel berücksichtigt werden sollen, wurde demnach deutlich unterschritten. 

Männerpartei CSU
Noch dürftiger ist es um den Frauenanteil der CSU bestellt. Hier beträgt der Frauenanteil 13,3 Prozent und bildet damit das Schlusslicht in Sachen politischer Partizipation von Frauen im Deutschen Bundestag. Die FDP, die bis heute eine parteiinterne Regelung zur Erhöhung ihres Frauenanteils ablehnt, weist in ihrer Bundestagsfraktion einen Frauenanteil von 24,73 Prozent auf.

In absoluten Zahlen stellt die SPD-Fraktion mit 56 Frauen die meisten Parlamentarierinnen, gefolgt von der Unions-Fraktion mit insgesamt 48 Frauen.  Der Fraktion DIE LINKE gehören 40 Frauen an, Bündnis 90/Die Grünen 37 und der FDP 23.

Wählerinnen verhelfen Union zum Sieg
Zwischen dem Frauenanteil in den jeweiligen Fraktionen und deren Gunst bei den Wählerinnen besteht indes kein eindeutiger Zusammenhang. Absolute Spitzenreiterin bei den Frauen war einer Infratest-dimap-Analyse zufolge am 27. September die Union: 36 Prozent der Wählerinnen gaben CDU/CSU ihre Stimme. Damit gewann die Union bei Frauen in fast allen Altersgruppen (außer den 45- bis 59-Jährigen) an Zustimmung. Dies trifft bei Männern durchweg nicht zu. Bei den Wählern mussten CDU/CSU teilweise Stimmenverluste von bis zu sechs Prozent hinnehmen. Der Wahlsieg von CDU/CSU ist demnach ganz entscheidend auf das Votum der Wählerinnen zurückzuführen.

SPD wird abgestraft
Ganz anders die SPD: Sie konnte dieses Mal laut Infratest-dimap nur 23 Prozent der Wählerinnenstimmen auf sich vereinen und verlor somit im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 im Durchschnitt 13 Prozent. Die größten Einbrüche verzeichnet die SPD bei den Frauen zwischen 18 und 24 Jahren (-21%), vergleichsweise am treuesten war die Wählerinnengruppe der über 60-Jährigen (-9%). Auffällig ist, dass die SPD-Wähler über alle Altersgruppen hinweg ihre Partei am 27. September nicht ganz so drastisch abstraften wie die Wählerinnen.

Mehr Stimmen für die Kleinen

Von den Stimmenverlusten, die sowohl Union als auch SPD bei der jüngsten Bundestagswahl hinnehmen mussten, profitierten Infratest-dimap gemäß alle kleinen Parteien. 13 Prozent der Wählerinnen stimmten für die FDP (+4%), zwölf Prozent für die Grünen (+3%), elf Prozent für die Linken (+3%). Während die FDP die größte Zustimmung bei den Frauen zwischen 25 und 34 Jahren (16%) erzielten, gaben den Grünen vor allem die 18- bis 24-jährigen Frauen ihre Stimme - und damit acht Prozent mehr als bei der Wahl 2005. Die Linke konnte bei Wählerinnen aller Altersgruppen etwa gleich viel zulegen. Die FDP verzeichnete vor allem bei den Männern Stimmenzuwächse, während die Grünen insbesondere bei den Frauen punkteten.

Erste Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik für die Bundestagswahl 2009 mit Angaben zu Wahlbeteiligung sowie Stimmabgabe nach Alter, Geschlecht und Bundesländern stellte der Bundeswahlleiter für Dezember 2009 in Aussicht. 

Der Bundeswahlleiter im Internet:
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bundeswahlleiter.de


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Dienstag 06. Oktober 2009

Thema: Bundestagswahl, Repräsentation, Partizipation, Quote,





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