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Walmart: Frauen ziehen erneut vor Gericht
Eine Gruppe von Frauen im US-Bundesstaat Texas hat den Handelskonzern Walmart wegen Diskriminierung verklagt. Die AnwältInnen der Frauen reichten letzte Woche bei einem Bundesgericht in Texas eine Sammelklage gegen die Supermarktkette ein, weil die weiblichen Angestellten systematisch schlechter bezahlt worden seien als Männer auf vergleichbaren Posten.
Es ist das zweite Mal, dass auf regionaler Ebene gegen den Konzern geklagt wird. Im Oktober war eine Klage bei einem Bundesgericht in North Carolina eingegangen.
RichterInnen halten Klage für überdimensioniert
Das Oberste US-Gericht in Washington hatte bereits im Juni 2011 eine Diskriminierungsklage von 1,5 Millionen aktuellen und ehemaligen weiblichen Mitarbeiterinnen von Walmart abgelehnt. Damit wurde eine der größten Sammelklagen der US-Geschichte gestoppt. Die RichterInnen befanden damals, die Klage sei überdimensioniert. Der Schadensersatz hätte in die Milliarden gehen können.
Die Klägerinnen hätten keine ausreichenden Beweise für eine unternehmensweite diskriminierende Bezahlungs- und Beförderungspraxis erbracht, begründete das Gericht seine Entscheidung und vertrat die Auffassung, dass zu viele Frauen in zu unterschiedlichen Positionen bei Walmart beschäftigt seien, um die Vorwürfe in einem einzigen Gerichtsverfahren gemeinsam zu verhandeln.
Historische Entscheidung zugunsten von Konzernen
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Juni 2011, die von US-amerikanischen Medien als historisch bezeichnet wurde, wird Auswirkungen auf Sammelklagen im Allgemeinen und Diskriminierungsklagen im Besonderen haben. Eine ganze Reihe von Konzernen sieht sich derzeit mit Vorwürfen konfrontiert, Frauen im Job zu benachteiligen. Entsprechend stark war die Unterstützung von Walmart von Unternehmensseite in diesem Fall.
Auch der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer muss sich mit einer Klage von Mitarbeiterinnen in den USA auseinandersetzen. Mehrere Frauen beschuldigen Bayer, Männer bei der Bezahlung und Beförderung zu bevorzugen und überdies Schwangere und Mütter unter Druck zu setzen. Die Klägerinnen verlangen 100 Millionen Dollar als Wiedergutmachung. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hatte bereits 2010 in einem ähnlich gelagerten Fall in einem Vergleich 175 Millionen Dollar bezahlen müssen.
Erstellt am: Dienstag 24. Januar 2012
Thema: Entgeltgleichheit, Equal Pay, USA



