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(Helena Weber, eine der vier "Mütter" des Grundgesetzes, 1949)

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Mütter an allen Fronten benachteiligt

Screenshot: Destatis-Broschüre "Frauen und Männer in verschiedenen Lebensphasen"

Nach jüngsten Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hängt die Erwerbstätigkeit von Frauen und damit auch deren finanzielle Unabhängigkeit ganz entscheidend davon ab, ob Kinder unter 14 Jahren im eigenen Haushalt leben.

Mit seiner Broschüre „Frauen und Männer in verschiedenen Lebensphasen“ zeigt Destatis auf der Grundlage von Mikrozensus-Daten aus dem Jahr 2008 die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Lebensverlauf anhand ausgewählter Zahlen und Indikatoren.

Je jünger desto besser qualifiziert
Von der Bildungsexpansion in den vergangenen zehn Jahren ganz klar profitiert haben die jungen Frauen im Alter von 18 und 26 Jahren. Bereits 1998 war der Anteil junger Frauen (28 %) mit Hochschulreife höher als bei Männern (25 %). Allerdings waren die Unterschiede zwischen den Geschlechtern vor zehn Jahren mit drei Prozentpunkten noch nicht so stark ausgeprägt wie heute (7%).
Und: Während bei den jungen Frauen dieser Altersgruppe im Jahr 1998 der Realschulabschluss noch am weitesten verbreitet war (36%), erlangten im Jahr 2008 die meisten jungen Frauen die (Fach-)Hochschulreife.

Doch zeigen sich auch bei den jungen Erwachsenen bereits Unterschiede beim Bestreiten des eigenen Lebensunterhaltes: Männer im Alter von 26 Jahren lebten zu 72 Prozent von der eigenen Berufstätigkeit, bei den gleichaltrigen Frauen waren es 63 Prozent.

Qualifikationsunterschiede im Osten geringer
Bei den Frauen mittleren Alters (27 bis 59 Jahre) ist das Abitur hingegen noch wenig verbreitet: 29 Prozent der 27- bis 59-jährigen Frauen hatten 2008 eine (Fach-)Hochschulreife. Am weitesten verbreitet war unter ihnen die Mittlere Reife (40 %), einen Haupt- oder Volksschulabschluss hatte rund jede dritte Frau.
Einen Hochschulabschluss hatten 19 Prozent der Frauen mittleren Alters und 23 Prozent der Männer. Im Osten fallen die Unterschiede geringer aus: Hier hatten 2008 insgesamt 19 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer einen akademischen Grad (Westen: Frauen 19%, Männer 24%).
Die Ungleichheiten im Qualifikationsniveau verschärfen sich nochmals zwischen Müttern und Vätern dieser Altersgruppe mit Kindern unter 14 Jahren im eigenen Haushalt: Im Jahr 2008 hatte etwa jede fünfte Mutter mittleren Alters einen akademischen Abschluss (19 %), bei den Vätern jeder Vierte (25 %).

Familiengründung bleibt für Erwerbsbeteiligung von Vätern folgenlos
Parallel zum Berufsweg vollzieht sich im mittleren Alter die Familiengründung. Doch die geht nach wie vor überwiegend zu Lasten der Frauen. So bestehen über alle Altersstufen hinweg deutliche Unterschiede in der Berufsausübung von Müttern und Vätern. Sie verringern sich mit zunehmendem Alter, was vor allem auf die steigende Erwerbsbeteiligung der Mütter mit älteren Kinder zurückzuführen ist. Nur ein knappes Drittel (31 %) der 27- bis 59-jährigen Mütter mit dem jüngsten Kind im Krippenalter (unter drei Jahren) war 2008 berufstätig. Erreicht das jüngste Kind das Kleinkindalter zwischen drei und fünf Jahren, steigt der Anteil berufstätiger Mütter auf 60 Prozent. Die höchste Erwerbstätigenquote von 70 Prozent erreichten Mütter mit zehn- bis 14-jährigen Kindern. Weitgehend unabhängig vom Heranwachsen der Kinder ist die Erwerbstätigkeit von Vätern. Sie lag je nach Alter des Kindes zwischen 84 und 86 Prozent.

Teilzeit-Väter wegen Mangel an Vollzeitstellen
Auch ist Teilzeit bei Vätern die große Ausnahme. Nur 5 Prozent der Väter zwischen 27 und 59 Jahren arbeiteten 2008 in Teilzeit, aber 73 Prozent der gleichaltrigen Mütter. Auch hier manifestieren sich deutliche Unterschiede beim Ost-West-Vergleich: Während im Osten nur 47 Prozent der Mütter mittleren Alters einer Teilzeitbeschäftigung nachgingen, waren es im Westen 79 Prozent.
Unterschiede hat Destatis auch in der Motivation von Frauen und Männern für einen Teilzeitjob ausgemacht: Für 85 Prozent der Mütter waren Betreuungspflichten ursächlich für die Teizeitstelle, wohingegen 49 Prozent der Väter ihren Arbeitsumfang notgedrungen aus Mangel an Vollzeitstellen reduziert hatten.

Trend: Frauen werden ökonomisch unabhängiger

Geschlechtsspezifische Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt sind jedoch nicht ausschließlich auf den Faktor Familie zurückzuführen. Auch die Berufswahl stellt entscheidende Weichen für den späteren Berufs- und Karriereverlauf.  In der Konsequenz führt die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarkt dazu, dass Frauen ökonomisch seltener unabhängig sind als Männer: So lebten 2008 insgesamt 84 Prozent der Männer von ihrem eigenen Einkommen, aber nur 64 Prozent der Frauen. Deutlich häufiger als Männer (2%) waren Frauen (22%) auf das Einkommen von Angehörigen angewiesen. Allerdings deutet sich hier ein positiver Trend an: Im Jahr 1998 bestritten nur 56 Prozent der Frauen ihren Lebensunterhalt mit ihrer eigenen Erwerbstätigkeit.

Weitere Informationen:

Leitet Herunterladen der Datei einStatistisches Bundesamt, Frauen und Männer in verschiedenen Lebensphasen, 2010 (PDF, 2,11 MB)


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Dienstag 08. Juni 2010

Thema: Bildung, Arbeitsmarkt, Partizipation, Erwerbstätigkeit, Vereinbarkeit,





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