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Ich frage mich manchmal, ob Männer und Frauen wirklich zueinander passen. Vielleicht sollten sie einfach nebeneinander wohnen und sich nur ab und zu besuchen.

(Katherine Hepburn, 1907-2003, amerikanische Schauspielerin)

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Ohne Frauen fehlt der Technik was

Mädchen schaut sich das Innenleben eines Computers an.

Girls' Day 2007

Der Deutsche Frauenrat ruft seine Mitgliedsverbände auf, an der Einrichtung eines Kompetenzpools von Technik-Expertinnen mitzuwirken.

Aufruf

Der Deutsche Frauenrat als große Lobbyorganisation fordert Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aber die Mitglieder der eigenen Mitgliedsverbände auf, Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen zu übernehmen bzw. diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beeinflussen. In den letzten Jahren ist dabei der Bereich Technik/Technologieentwicklung mehr und mehr ins Blickfeld gerückt.


Eigene Kompetenzen nutzen

Kampagnen oder Aktionen der Mitgliedsverbände  würden noch überzeugender und für neue Zielgruppen interessant, wenn technische Aspekte der Themen bei Materialien, Veranstaltungen u.a. auch berücksichtigt würden. Zudem würden die Erwartungen an andere an Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn die Mitgliedsverbände des Deutschen Frauenrates ihre Aktionsfelder und Themen in diesem Sinne ausweiten. Sie können dabei die unzweifelhaft in den eigenen Reihen vorhandenen Kompetenzen nutzen.

Technische Kenntnisse einsetzen

Der Vorstand des Deutschen Frauenrates will diese Bemühungen durch die Einrichtung eines Kompetenzpools unterstützen. Dazu sollen von den Mitgliedsverbänden die eignen Mitglieder angesprochen werden, die bereit sind, bei entsprechenden Aktivitäten mitzuwirken, z.B. indem sie als Referentinnen das technische Umfeld dieser Aktivitäten ausleuchten und ggf. gemeinsam technisch bewerten. Frauen, die auf Grund ihrer technischen Kenntnisse dazu beitragen können, sollen gebeten werden, sich für diesen Kompetenzpool zu melden. Interessierte Mitgliedsverbände können dann bei der Geschäftsstelle des Deutschen Frauenrates Informationen erhalten, ob zu einem von ihnen gewünschten Thema eine Referentin etc. zur Verfügung steht.

Mögliche Themenbereiche

Inhaltlich schlagen wir vor, an bisherigen Aktivitäten der Verbände z. B. im Bereich Verbraucherinnenschutz, sozial und ökologisch verantwortlichem Handeln als Bürgerinnen und Verbraucherinnen (z.B. Clean Clothes, Lokale Agenda) anzusetzen, dabei aber verstärkt technische Fragen zu beleuchten. Wie steht es z.B. mit der ökologisch und sozialen Verträglichkeit der einzelnen Prozessschritte bei Planung, Herstellung, Transport, Vertrieb, Entsorgung usw. eines Produktes und durch welche technischen Entscheidungen wird es beeinflusst.
 
Damit Sie sich ein Bild machen können, führen wir hier einige mögliche Themenbereiche und anzusprechende Inhalte auf:

Beispiel 1 Baumwolle oder Goretex – Was soll ich kaufen?

Bei einem entsprechenden thematischen Angebot könnten folgende Fragen diskutiert werden:

  • soziale und ökologische Verträglichkeit  der einzelnen Teilschritte des gesamten Herstellprozesses verschiedenster Textilien im Vergleich (z. B. Wirkung der Pestizide auf Baumwollpflückerinnen, Austrocknung von Seen, Verbrauch von Ölreserven und „Unverrottbarkeit“ bei Kunststofffasern, unterschiedliche globale Arbeitsteilung und Transportwege bei den unterschiedlichen Her-stellungsprozessen);
  • welche Wege nehmen Produkte bevor diese bei uns im Laden stehen?
  • Merkmale & Kriterien, die eine Kaufentscheidung beeinflussen bzw. dabei  helfen können (Abwä-gung sozialer / ökologischer Kosten und Kaufpreis).
Beispiel 2 Annahmen, Wege und Ergebnisse von Ökobilanzen

Unter Ökobilanzen werden systematische Analysen der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges verstanden. Analysiert werden Umweltwirkungen während der Produkti-ons- und der Nutzungsphase; dabei werden sowohl die Rohstoffentnahmen als auch die Emissionen in die Umwelt betrachtet. Bilanz meint dabei eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wirkungen mit dem Nutzen. Eine entsprechend Veranstaltung könnte folgenden Fragen nachgehen:

  • Wie laufen Ökobilanzen ab?
  • Welche Auswirkungen hat welche Art der Vorgehensweise?
  • Welche Voraussetzungen und Bewertungen gehen in die Ergebnisse ein?
  • Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Ökobilanz?

Beispiel 3 „Bauknecht weiß was Frauen wünschen“ – oder doch nicht?

In der Resolution „Ohne Frauen fehlt der Technik was“ hält der Deutsche Frauenrat u.a. fest, dass Forderung von Frauen an technische Produkte (z. B. Elektronische Geräte, Autos); Pflichten- und Lastenheft z. B. für Haushaltsgeräte bei der entsprechenden Entwicklung in den seltensten Fällen eine angemessene Rolle spielen.
In einer Veranstaltung könnten folgende Fragen behandelt werden:

  • Wo können Verbraucherinnen sich beteiligen bzw. beteiligt werden z. B. über Verbraucherorganisationen?
  • Wie kommen Entwicklungen von Produkten zu Stande? Produktentwicklung als Prozess,  Entwicklungs- und Fertigungsprozesse und deren Gestaltung in Unternehmen.
  • Wie können Kundenwünsche in den Design-Prozess eingebunden werden
    z. B. Anwenderbeteiligung bei der Software-Entwicklung?
  • In welcher Weise können Verbraucher/innen bei der Entwicklung von  Prüfkriterien z. B. der  Stiftung Warentest beteiligt werden?
  • Welche  Anforderungen haben Teilnehmer/innen an technische Produkte?
  • Gibt es Vorschläge (z. B. aus dem Hausfrauenbund; Verband der Hauswirtschafterinnen) Produkte mit beispielhaft verbrauchergerechter Gestaltung (speziell für ihre Mitglieder) auszuzeichnen wie es z. B. die BAGSO mit ihrem neuen Siegel bereits tut?
Beispiel 4 So wollen wir leben!

Bei diesem Beispiel geht es um Stadtplanung; dabei könnten folgende Fragen behandelt werden:

  • Wie funktioniert Stadtplanung eigentlich? Wie Bürger/innenbeteiligung in diesem Rahmen?
  • Welche Prozesse spielen in der Verkehrsplanung eine Rolle (Nebenaspekt: Bio-Kraftstoff gegen konventionelle Brennstoffe)?
  • Wie funktionieren Stadtteilkonferenzen?
  • Was beinhaltet das Modell „Städte der Zukunft“?
  • Welche Erfahrungen gibt es in diesem Bereich mit Bürger/innenbeteiligung?
  • Wie wirken sich unterschiedliche Bauweisen aus ( Passivhaus; Vergleiche Altbausanierung mit  Neubau; Einsatz verschiedener Baustoffe (Lehm, Holz, Beton ...)
Beispiel 5 Werde ich der gläserne Mensch? – RFID (Radio Frequency Identification) im Alltag

Der englische Begriff „Radio Frequency Identification“ (RFID) bedeutet im Deutschen Identifizierung mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen. Mit kleinen Funkchip-Etiketten und entsprechenden Lesegeräten ermöglicht RFID die automatische Identifizierung und Lokalisierung von Gegenständen und Lebewesen und erleichtert damit erheblich die Erfassung und Speicherung von Daten.
Was bedeutet das für uns?

  • Werde ich der gläserne Mensch?
  • Kann jeder erkennen welche Bekleidung ich gerade trage? 
  • Kann anhand einer weggeworfenen Verpackung erkannt werden, wer die Ware gekauft hat?
  • Einkaufen ohne Anstehen und Waren aufs Band legen, aber auch ohne  Kassiererin?

Werben Sie in Ihrem Verband für unseren Kompetenzpool!!!

Auch bei Ihnen gibt es sicher Expertinnen, die sich für die Umsetzung der Resolution engagieren wollen! Weisen Sie sie bitte auf unseren Kompetenzpool hin.

Leitet Herunterladen der Datei einDer Fragebogen zum Kompetenzpool als Download


 

Erstellt am: Dienstag 11. Mai 2010

Thema: Technik, Teilhabe,





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