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In der Theorie sind die Genossinnen schon gleichberechtigt, in der Praxis aber hängt der Philisterzopf den männlichen Genossen noch ebenso im Nacken wie dem ersten besten Spießbürger.

(Clara Zetkin, deutsche Sozialistin, Kommunistin, Frauenrechtlerin (1857-1933))

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Pflege bleibt Frauensache

Im Jahr 2008 arbeiteten 774.000 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai mitteilte, waren fast 86 Prozent von ihnen Frauen.

Mit fast 44 Prozent war im Jahr 2008 ein beträchtlicher Teil der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger teilzeit- oder geringfügig beschäftigt. Davon betroffen waren vor allem Frauen dieser Berufsgruppe (48,1%), während bei ihren männlichen Kollegen die Quote der teilzeit- oder geringfügig Beschäftigten lediglich bei 18,5 Prozent lag. 

Freiwillige Teilzeit
Bei den meisten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen beruht die Ausübung einer Teilzeit- beziehungsweise geringfügigen Beschäftigung auf einer bewussten Entscheidung: Nur 9,5 Prozent von ihnen gaben im Jahr 2008 als Hauptgrund an, keine Vollzeittätigkeit zu finden. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft waren es 20,4 Prozent.
Gegen eine Vollzeittätigkeit sprachen für die meisten (66,6%) von ihnen die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen oder behinderten Personen sowie sonstige persönliche oder familiäre Verpflichtungen. In der Gesamtwirtschaft gaben dies 54,0 Prozent der weiblichen Teilzeit- beziehungsweise geringfügig Beschäftigten an.
 
Arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme
Da die medizinische Versorgung zu allen Tages- und Nachtzeiten sichergestellt sein muss, wird von Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern große Arbeitsflexibilität verlangt. Sie sind besonders stark von ständiger, regelmäßiger oder gelegentlicher Samstagsarbeit (86,1%), Sonn- und/oder Feiertagsarbeit (84,3%), Abendarbeit (83,2%) und Nachtarbeit (59,1%) betroffen.
Die hohe Arbeitsbelastung der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger wirkt sich auch auf deren eigenen Gesundheitszustand aus: Im Jahr 2007 gaben 16 Prozent von ihnen an, dass sie innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens ein arbeitsbedingtes Gesundheitsproblem hatten. Als Hauptbeschwerden wurden Gelenk-, Knochen- oder Muskelbeschwerden und hier insbesondere im Rückenbereich angeführt.
Zudem leidet das Wohlbefinden von Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern im besonderen Ausmaß durch schwierige Körperhaltungen, Bewegungsabläufe oder Hantieren mit schweren Lasten (34,7%) sowie Zeitdruck und Arbeitsüberlastung (33,2%).
 


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Dienstag 18. Mai 2010

Thema: Pflege, Arbeitsmarkt,





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