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In der Theorie sind die Genossinnen schon gleichberechtigt, in der Praxis aber hängt der Philisterzopf den männlichen Genossen noch ebenso im Nacken wie dem ersten besten Spießbürger.

(Clara Zetkin, deutsche Sozialistin, Kommunistin, Frauenrechtlerin (1857-1933))

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Bundespräsident zum Equal Pay Day: Mit Entgeltdiskriminierung nicht abfinden

Der Bundespräsident

Bundespräsident Horst Köhler, Foto: Marc Darchinger/flickr.de

Horst Köhler will mit dem Deutschem Frauenrat gemeinsam am Ziel einer Gesellschaft arbeiten, die partnerschaftliche Arbeitsteilung in der Familie unterstützt und Leistungen im Beruf fair honoriert und befördert.

Das schreibt der Bundespräsident in einem Brief vom 22. März 2010 an die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Marlies Brouwers. Wörtlich heißt es darin:

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt: Rein rechtlich betrachtet, ist diese Norm unseres Grundgesetzes in unserem Land bereits verwirklicht. Das verdanken wir nicht zuletzt dem jahrzehntelangen Einsatz von selbstbewussten, mutigen Frauen. Zugleich wissen wir: Es gibt in vielen Lebensbereichen noch Einiges zu tun, um Frauen nicht nur gleiche Rechte einzuräumen, sondern auch gleiche Chancen zu ermöglichen. Die großen Erfolge von Frauen beispielsweise im Sport sollten uns nicht darüber hinwegtäuschen: Immer noch sind Frauen in den Spitzenpositionen in Wirtschaft und Wissenschaft unterrepräsentiert, immer noch verdienen Frauen trotz ihres hohen Ausbildungsstandes im Schnitt deutlich weniger als die Männer. Dafür gibt es viele Gründe, abfinden dürfen wir uns damit indes nicht. Deshalb bin ich dankbar dafür, dass der Deutsche Frauenrat und seine Mitgliedsverbände engagiert dafür eintreten, die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen.

Das kann gelingen, wenn Männer wie Frauen ihre Haltungen überdenken und
althergebrachte Rollenzuweisungen überwunden werden: Weder Frauen noch
Männern darf bewusst oder unbewusst vorgegeben werden, was sie im Leben erreichen wollen und was sie zu erwarten haben. Deshalb gilt es auch zu überprüfen, welche von Politik und Wirtschaft verantworteten Rahmenbedingungen Frauen und Männer in alten Mustern festhalten. Das fängt bei fehlenden Kinderbetreuungsplätzen an und endet nicht bei steuerlichen Präferenzen für traditionelle Modelle von Partnerschaft. Das Ziel muss eine Gesellschaft sein, die partnerschaftliche Arbeitsteilung in der Familie unterstützt und Leistungen im Beruf fair honoriert und befördert: und zwar gleich, ob sie von Männern oder von Frauen erbracht werden. Lassen Sie uns an diesem Ziel weiter gemeinsam arbeiten."


 

Erstellt am: Donnerstag 25. März 2010

Thema: Entgeltgleichheit,





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