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Minijobs: Rolle der Zuverdienerin wird zementiert

Foto: pauline/www.pixelio.de

Knapp 5 Millionen Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr ausschließlich in einem geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnis, einem sogenannten Minijob gearbeitet, das heißt sie verdienten nicht mehr als 400 Euro im Monat. Hinzu kamen weitere 2,5 Millionen Menschen, die eine solche Beschäftigung nur als Nebentätigkeit ausübten. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor.

Der Kleinen Anfrage (17/6382) zufolge wirken sich Minijobs auf die Arbeitsmarktchancen von Frauen nachteilig aus. „Das Modell des Mannes als Hauptverdiener und der Frau maximal als Zuverdienerin wird weiter zementiert“, heißt es darin. Die Zahlen der Bundesregierung geben den ParlamentarierInnen Recht: Während Frauen Ende 2010 fast die Hälfte (46 Prozent) der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stellten, waren sie mit einem Anteil von 63 Prozent an allen geringfügig entlohnt Beschäftigten überdurchschnittlich hoch vertreten. Und eine weitere Zahl bekräftigt die Rolle der Zuverdienerin: 66 Prozent derjenigen, die ihr Erwerbseinkommen ausschließlich aus einem Minijob erzielten, waren Frauen.

Das Gros der MinijobberInnen ist qualifiziert

Das Gros der Minijobberinnen - mehr als jede zweite - verfügt über einen beruflichen Abschluss, jede zwanzigste sogar über einen (Fach-)Hochschulabschluss und kann demzufolge nicht zu den gering qualifizierten Arbeitskräften gezählt werden. Das trifft auch auf Männer zu: Mehrheitlich haben sie einen beruflichen Abschluss, jeder 13. sogar einen (Fach-)Hochschulabschluss. 

Zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten zu Niedriglöhnen

Doch gibt die Regierungsantwort (17/6986) nicht nur Auskunft über das Ausmaß, wieviele Frauen einem Minijob nachgehen. Gleichzeitig legt sie Zahlen darüber vor, in welchem Umfang Frauen von Niedriglöhnen insgesamt betroffen sind. So arbeiteten nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Jahr 2009 rund 23 Prozent der sozialversicherungspflichtig oder geringfügig entlohnt Beschäftigten zu Niedriglöhnen, Frauen stellen mit 64 Prozent hier den deutlich größeren Teil – in Teilzeit sind es 89 Prozent. 

Durchschnittlicher Bruttolohn liegt bei 300 Euro

Über die Verteilung nach Wirtschaftszweigen machte die Bundesregierung nur Angaben zu NebenjobberInnen. Demnach gab es die meisten NebenjobberInnen im Handel, gefolgt von wirtschaftlichen Dienstleistern, dem Gastgewerbe und dem Sozial- und Gesundheitswesen. Der durchschnittliche monatliche Bruttolohn der MinijobberInnen belief sich auf knapp 300 Euro. Das heißt: Viele der geringfügig entlohnt Beschäftigten verdienen sogar weniger als 400 Euro.

Jede/r zweite AufstockerIn arbeitet in einem Minijob

Auch zur Gruppe der sogenannten AufstockerInnen hat die Regierung Zahlen offen gelegt: Demnach ging von den insgesamt 1,4 Millionen ALG-II-BezieherInnen mit Erwerbseinkommen im Dezember 2010 mehr als jede/r zweite einer geringfügigen Beschäftigung nach, verdiente also nicht mehr als 400 Euro im Monat.

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link in neuem FensterAntwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Gabriele Hiller-Ohm, Anette Kramme, Petra Ernstberger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/6382). Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland

Öffnet externen Link in neuem FensterPositionspapier des Deutschen Frauenrates zu Minijobs beschlossen auf der Mitgliederversammlung 2010


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Montag 17. Oktober 2011

Thema: Minijob, Arbeit, Arbeitsmarkt,





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