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Insbesondere Geld, gesellschaftliche Akzeptanz, Ungebundenheit und Macht sind auch heute noch so ungleich verteilt, dass wir schlechterdings nicht behaupten können, Frauen rivalisierten unter gleichen Bedingungen.

(Christine Bergmann, deutsche Politikerin, u.a. von 1998 bis 2002 Bundesfrauenministerin)

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Friedenspreis des deutschen Films für Sibel Kekilli

Sibel Kekilli

Sibel Kekilli

Die Schauspielerin wurde für ihre Hauptrolle im Film "Die Fremde" geehrt. Kekilli spielt darin die türkischstämmige Deutsche Umay, die aus ihrer Ehe in Istanbul ausbricht, um nach Deutschland zurückzukehren. Dadurch gerät sie in den Konflikt zwischen den patriarchalen Wertvorstellungen ihrer Familie und ihrem persönlichem Wunsch nach einem selbstbestimmten und freien Leben mit ihrem Sohn.

Sibel Kekilli habe in ihrer überragenden Darstellung "die richtigen Zwischentöne" gefunden und sei in jeder Sekunde überzeugend und voller Leidenschaft“ gewesen, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Großer Mut

"Wir ehren heute nicht nur eine tolle Schauspielerin, sondern auch eine sehr mutige Frau, die gerade aus Liebe zu den Menschen, die gleicher Herkunft sind wie sie, den Finger in die schmerzende Wunde legt", lobte der Laudator und Grünen-Parteichef Cem Özdemir die Schauspielerin. Kekilli habe mit ihrer Rolle in einem Film mit dem schwierigen Thema Ehrenmord großen Mut bewiesen.

Der Hauptpreis wird seit 2002 jährlich im Rahmen des Münchner Filmfestes  vergeben und würdigt künstlerische Arbeiten oder Filmemacher, die sich für Humanität, Toleranz und Aufklärung einsetzen. Der DarstellerInnenpreis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen.

Nicht wegschauen
Schon seit 2004 setzt sich Sibel Kekilli für die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF) als Botschafterin gegen Ehrverbrechen und Zwangsheirat ein. "Viele strenggläubige Familien unterdrücken die menschlichen und gesellschaftlichen Ideale wie Individualität, Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Gleichberechtigung und Unabhängigkeit, wenn es um ihre Töchter und Frauen geht. Dadurch entsteht das Doppelleben bzw. die Parallelgesellschaft. Das hat verheerende Folgen für die jungen Mädchen und Frauen. Und weil diese Frauen genauso ein Teil unserer Gesellschaft sind und sein sollten, schaue ich nicht weg", begründet Kekilli ihr Engagement bei TDF.

Fiktiv aber realistisch
Für die Bundesgeschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation, Christa Stolle, bildet der Film die Wirklichkeit gut ab: "Es handelt sich zwar um einen fiktive Geschichte, jedoch zeigt der Film sehr deutlich die Lebensrealität vieler Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund, die in so genannten Parallelwelten extrem unterdrückt werden".

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link in neuem FensterWebsite zum Film "Die Fremde"

Informationen zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat auf der Öffnet externen Link in neuem FensterTDF-Website 


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Montag 05. Juli 2010

Thema: Zwangsheirat, Integration, Gewalt,Frauenrechte, Menschenrechte,





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