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Bundesjustizministerin ist keine Freundin der Quote

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Foto: BMJ/Chaperon

Eine gesetzliche Quote zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten hält Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zum jetzigen Zeitpunkt nicht für geboten. "Wir bereiten eine solche gesetzliche Regelung auch momentan nicht vor, weder im Justiz- noch im Familienministerium", sagte die FDP-Politikerin am 16. Juni auf der Konferenz der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in Berlin.

Die stärkere Berücksichtigung von Frauen in Führungspositionen hält die FDP-Politikerin für längst überfällig, sei doch nicht einmal jedes zehnte Aufsichtsratmitglied weiblich. "Noch trauriger" sei das Bild in den Vorstandsetagen der Unternehmen. Hier sitzen deutschlandweit gerade einmal 21 Frauen. "Ohne Raumnot könnte ich zur Vollversammlung in mein Büro einladen", so Leutheusser-Schnarrenberger.

Justizministerin setzt auf Selbstregulierung
Damit sich an diesem Status Quo etwas ändert, vertraut die Ministerin auf das Prinzip Selbstregulierung: So sei im Koalitionsvertrag vereinbart, zunächst auf verbindliche Berichtspflichten und transparente Selbstverpflichtung der Unternehmen zu setzen.
Sie selbst sei "keine Freundin der gesetzlichen Quote, das habe ich immer offen gesagt", so Leutheusser-Schnarrenberger. Vielmehr brauche das Land "einen Mentalitätswandel, der sich gesetzlich nicht anordnen" lasse.

Politisch wahrscheinlich letzte Chance
Quoten seien starr und würden ohne Rücksicht auf die Branche oder den Industriezweig einheitliche Vorgaben machen. "Dabei liegt doch auf der Hand, dass etwa ein Maschinenbauer, dessen Belegschaft immer noch überwiegend aus männlichen Ingenieuren besteht, mehr Probleme haben wird als ein Unternehmen, das schon heute auf den unteren und mittleren Ebenen einen hohen Frauenanteil in der Belegschaft hat", sagte die Ministerin.

Doch müsse allen Beteiligten klar sein: Wenn die Wirtschaft die Zeit jetzt nicht nutze, werde sie dafür später möglicherweise teuer bezahlen. "Politisch ist dies wahrscheinlich die letzte Chance, die höhere Präsenz von Frauen in Führungspositionen im Wege der Selbstregulierung zu erreichen", mahnte die die FDP-Politikerin.

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link in neuem FensterRede der Bundesjustizministerin 
bei der 9. Kodex-Konferenz der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex am 16. Juni 2010 in Berlin


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Dienstag 22. Juni 2010

Thema: Führungspositionen, Quote, Aufsichtsräte, Partizipation,





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