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IAB: Kaum Frauen in den Machtzentren der Wirtschaft

Papa ist Manager

Papa ist Manager, Foto: Stepanie Hofschlaeger/www.pixelio.de

Nur jede vierte Führungskraft in der obersten Leitungsebene von privatwirtschaftlichen Betrieben ist eine Frau. Das hat eine repräsentative Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 16.000 Betrieben in Deutschland ergeben.

Zwei Drittel aller Betriebe fest in Männerhand
Zum zweiten Mal nach 2004 liefert das IAB-Betriebspanel von 2008 Informationen über die Anteile von Männern und Frauen in Führungspositionen. "Nach wie vor sind die Ergebnisse ernüchternd", bilanzieren die Arbeitsmarktforscherinnen Susanne Kohaut und Iris Möller: 71 Prozent aller Betriebe der Privatwirtschaft in Deutschland sind fest in Männerhand. Frauen findet man in diesen Betrieben weder als einzige Führungsperson noch als Mitglied in der Führungsriege.

Während 42 Prozent der Beschäftigten in privatwirtschaftlichen Betrieben weiblich sind, ist lediglich knapp jede vierte Spitzenposition mit einer Frau besetzt. In der zweiten Führungsebene, unterhalb der Geschäftsleitung, sind Frauen mit einem Anteil von 35 Prozent häufiger zu finden. Seit 2004 hat sich die Verteilung weder für die erste (24 %) noch für die zweite Führungsebene (33 %) wesentlich verändert.

Weniger personelle Verantwortung in kleineren Betrieben
Die Anteile von Frauen an Führungspositionen unterscheiden sich nach Betriebsgrößen, Branchen und Sektoren. In der ersten Führungsebene von Großbetrieben mit mehr als 500 Beschäftigten liegt der Studie zufolge der Frauenanteil gerade mal bei neun Prozent. Immerhin, so das IAB, seien hier aber Zuwächse zu verzeichnen: Vier Jahre zuvor lag der Wert bei sechs Prozent.
In den Führungsetagen kleiner Betriebe sind Frauen zwar besser vertreten. Dort sind aber den Führungskräften weit weniger Personen unterstellt. Diese Betriebe bieten zudem weniger Arbeitsplatzsicherheit und weniger berufliche Förderung von Führungskräften. Führung in kleinen Betrieben ist also nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ von derjenigen in großen Betrieben zu unterscheiden.

Viel Macht - wenige Frauen
Vor allem in den Dienstleistungsbereichen wie Erziehung und Unterricht, Gesundheitswesen sowie Gastronomie sind Chefinnen anzutreffen, schreiben Kohaut und Möller. Die Arbeitsmarktexpertinnen überrascht es nicht, dass im Dienstleistungsbereich mit einem überdurchschnittlich hohen Frauenanteil grundsätzlich mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sind. Bemerkenswert sei aber, dass im Finanz- und Versicherungssektor mit einem ebenfalls hohen Frauenanteil Frauen in Entscheidungspositionen eine Seltenheit sind. „Besonders dort, wo es um wirtschaftliche Macht geht, sind Frauen wenig vertreten“, stellen die Arbeitsmarktforscherinnen fest.

„Ob der Stufenplan der Koalition - der weiterhin auf Freiwilligkeit setzt - hier
etwas bewegen wird, muss die Zukunft zeigen“, schreiben die beiden Arbeitsmarktexpertinnen. Doch auch der mit dem demografischen Wandel einhergehende Fachkräftemangel könne dazu führen, dass auf qualifizierte Frauen in Führungspositionen immer weniger verzichtet werde. In Anspielung auf die 30-Prozent-Frauenquote bei der Deutschen Telekom schreiben die Forscherinnen: „Erste Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt und setzen seit Kurzem auf Quoten bei der Besetzung der Führungspositionen.“


Weitere Informationen:

Öffnet externen Link in neuem FensterDie Studie im Internet


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Montag 19. April 2010

Thema: Wirtschaft, Quote, Führungspositionen, Partizipation,





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