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Die Emanzipation des Weibes ist das Recht des Kindes.

(Hedwig Dohm, Publizistin und Frauenrechtlerin, 1903)

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Kassen dürfen nicht auf Kosten von Müttern sparen

Mutter und Kind gehen auf einer Wiese spazieren.

Zeit für einander, Foto: Rainer Sturm/pixelio

Der Deutsche Frauenrat fordert Bundesgesundheitsminister Rösler auf, sich für die Sicherung der gesetzlich geregelten Angebote des Müttergenesungswerkes einzusetzen.

Berlin, 5. Juli 2010

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

der Deutsche Frauenrat verfolgt seit Jahren aufmerksam die hervorragende Arbeit des Müttergenesungswerkes, wissen wir doch aus den Berichten unserer 58 Mitgliedsverbände um die Bedeutung der vielfältigen Angebote für Frauen und ihre Kinder. Dass mit Familienarbeit und der Sorge für Kinder zahlreiche Belastungen verbunden sind, ist eine bekannte Tatsache. Umso bedeutender ist es, dass das einzige geschlechtsspezifische Angebot in der gesundheitlichen Regelversorgung, nämlich Mütter-Kind-Maßnahmen, Frauen und ihren Kindern die Möglichkeit eröffnet, sich von körperlichen und psychischen Anstrengungen zu erholen und sich Kraft für ihr weiteres Familienleben zu holen. Vor diesem Hintergrund sind gerade diese Angebote von hoher familien- und frauenpolitischer Bedeutung.

Die klare gesetzliche Regelung im Jahr 2007, mit der die stationären Maßnahmen im Rahmen der Gesundheitsreform erneut abgesichert wurden, haben wir deshalb als eine nicht nur richtige, sondern auch beruhigende Maßnahme bewertet.

Umso mehr beobachten wir nun mit Sorge, dass der positive Trend sich seit 2009 wieder umdreht. Wie wir immer öfter von unseren Mitgliedsverbänden hören, gibt es im Rahmen der GKV einen deutlichen Rückgang bei den Ausgaben für diese Maßnahmen, werden mehr Anträge als vorher abgelehnt und sehen sich Antragstellerinnen hohen und abschreckenden Hürden gegenüber. Aus unserer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, warum die Krankenkassen den Willen des Gesetzgebers ganz offenkundig nicht umsetzen.

Wir bitten Sie ebenso herzlich wie dringend, gegenüber den Krankenkassen den Willen des Gesetzgebers und auch Ihres Hauses eindeutig klarzustellen und sie aufzufordern, ihr Verhalten unverzüglich umzustellen. Es ist nicht hinzunehmen, dass die Krankenkassen ein Sparprogramm auf Kosten von Frauen durchführen, wenn gleichzeitig seitens der Bundespolitik die Förderung und Entlastung von Familien als ein zentrales Anliegen benannt wird.

Wir erlauben uns, dieses Schreiben auch den Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Gesundheit und der Bundesfrauenministerin zuzuleiten.

Wir freuen uns auf Ihre – hoffentlich in unserem Sinne positive – Antwort.

Mit freundliche Grüßen

Marlies Brouwers
Vorsitzende

Gabriele Wrede
Mitglied des Vorstandes


 

Erstellt am: Dienstag 06. Juli 2010

Thema: Gesundheit, Gesundheitspolitik, Mütter





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