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Am meisten leiden Mütter unter Zeitdruck
Das Müttergenesungswerk (MGW) sieht sich durch die jüngste AOK-Familienstudie bestätigt. Demnach stufte jede fünfte Mutter ihren Gesundheitszustand als „weniger gut“ oder „schlecht“ ein.
Für die MGW-Geschäftsführerin, Anne Schilling, machen die
AOK-Ergebnisse einmal mehr den Bedarf an Mutter-Kind-Kuren deutlich: "Vor diesem Hintergrund ist noch weniger verständlich, warum kranke und belastete Mütter so viele Hürden überwinden müssen, wenn sie einen - medizinisch attestierten - Kurantrag einreichen. Mütter brauchen die Unterstützung der Krankenkassen und nicht Widerspruchsverfahren."
Erst kürzlich hatte das Müttergenesungswerk
harsche Kritik an der Genehmigungspraxis der Krankenkassen geübt. So waren im ersten Quartal 2010 Belegungsrückgänge in den vom MGW anerkannten Mütter- und Mutter-Kind-Einrichtungen von durchschnittlich 20 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2008 zu verzeichnen - obwohl Mutter-/Vater-Kind-Kuren mit der schwarz-roten Gesundheitsreform in den Katalog der Pflichtleistungen aufgenommen worden waren.
Angesichts dieser Entwicklung hatte sich auch der Deutsche Frauenrat Anfang Juli in einem
Brief an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) gewendet und diesen aufgefordert, die Kassen in Sachen Mutter-Kind-Kuren zu entsprechender Umkehr anzuhalten.
Belastungen beeinträchtigen tägliches Leben
Seit Jahren weist das Müttergenesungswerk auf die Belastungen von Müttern und deren gesundheitlichen Folgen hin: "Die Mütter kommen mit mindestens drei Gesundheitsstörungen in die Beratungsstellen beim MGW. Erschöpfungszustände bis zum Burn-Out, Angstzustände, Schlafstörungen, aber auch Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden stehen ganz oben auf der Liste der Gesundheitsstörungen", berichtet die Geschäftsführerin des MGW, Anne Schilling. "Von den gesundheitlichen und psychosozialen Belastungen sind viele Mütter in ihrer Teilhabe am täglichen Leben beeinträchtigt."
Als stärksten Belastungsfaktor für Mütter hat die AOK-Familienstudie "Zeitdruck" ausgemacht. In ihren Handlungsempfehlungen weist die Krankenkasse darauf hin, dass die stark belasteten Mütter eine intensive Beratung hinsichtlich ihrer Gesundheit und der gesundheitsfördernden Gestaltung des Familienlebens benötigten und dass die Selbsthilfepotentiale zu fördern seien. Beide Bereiche sind Schwerpunkte der erfolgreichen Arbeit des Müttergenesungswerkes.
Bereits 2007 veröffentlichte das Bundesfamilienministerium eine Studie, nach der rund 20 Prozent (2,1 Mio.) Mütter in Deutschland kurbedürftig seien.
Erstellt am: Montag 02. August 2010
Thema: Mütter, Gesundheit, Familie



