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Terre des Femmes: Gegen Genitalverstümmelung in Ägypten

Rasierklinge

Foto: M. Grossmann/www.pixelio.de

Zum internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar appelliert Terre des Femmes (TDF) an die künftige ägyptische Regierung, weibliche Genitalverstümmelung konsequent unter Strafe zu stellen. Mit einer Unterschriftenaktion fordert die Frauenrechtsorganisation ein ausnahmsloses Verbot dieser Praxis in Ägypten.

In Ägypten sind über 90 Prozent der Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Dabei werden Mädchen die Klitoris und oft Teile der Schamlippen entfernt. "Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die weder durch Tradition, finanzielle Interessen oder religiöse Argumente zu rechtfertigen ist", erklärt Irmingard Schewe-Gerigk, TDF-Vorstandsvorsitzende.

Genitalverstümmelung: Unter bestimmten Umständen straffrei
Aufgrund von öffentlichen Protesten nach dem Tod zweier Mädchen infolge weiblicher Genitalverstümmelung verabschiedete das ägyptische Parlament 2008 zwar ein Gesetz, das die Praxis verbietet. Allerdings ist sie weiterhin straffrei, wenn ärztlich bescheinigt wird, dass die Genitalverstümmelung "medizinisch notwendig" sei.

Drei Viertel aller Genitalverstümmelungen in Ägypten werden von medizinischem Personal durchgeführt - und damit mit staatlichem Einverständnis. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verurteilt jedoch jede Genitalverstümmelung,  auch die durch medizinisches Personal, da die langfristigen Folgen bestehen blieben: eingeschränktes sexuelles Empfinden, chronische Schmerzen, sowie Probleme bei Schwangerschaft und Geburt oder Unfruchtbarkeit - bis hin zu Todesfällen.

Genitalverstümmelung wird in Ägypten sowohl von koptischen ChristInnen als auch von der muslimischen Mehrheit der Bevölkerung praktiziert. In einer Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten, erklärte Professor Ali Gom'a, Großmufti Ägyptens, 2006 die Praxis als nicht vereinbar mit den Werten des Islam, dennoch werden in Ägypten jährlich tausende Mädchen genitalverstümmelt.

Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes ruft deshalb zu einer Unterschriftenaktion auf. Die Unterschriften sollen im Herbst 2012 der ägyptischen Botschaft in Berlin übergeben werden.

Weitere Informationen:

Hier können Sie sich an der Öffnet externen Link in neuem FensterUnterschriftenaktion beteiligen.


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Montag 06. Februar 2012

Thema: Genitalverstümmelung, Internationales,





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