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Strukturelle Diskriminierung schlägt schon beim Berufsstart durch

Auszubildende

Foto: Paul-Georg Meister/www.pixelio.de

Nach wie vor bestehen auffällige geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausbildung. Zu dem Ergebnis kommt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem aktuellen Ausbildungsreport. Danach haben Auszubildende in frauentypischen Berufen gegenüber den von Männern bevorzugten Berufen gleich in mehrfacher Hinsicht das Nachsehen.

Mehr Überstunden, weniger Ausgleich, weniger Urlaub
Deutliche strukturelle Unterschiede zwischen männlich und weiblich dominierten Ausbildungsberufen hat der DGB ausgemacht: So leisten beispielsweise Auszubildende in weiblich dominierten Berufen mehr Überstunden als solche in typischen Männerberufen. Und auch beim Überstundenausgleich ziehen sie den Kürzeren: „Bei mehr als drei Viertel der Auszubildenden in den überwiegend von Männern favorisierten Berufen werden die Überstunden mit Freizeit ausgeglichen oder die mehr geleistete Arbeit bezahlt, in den überwiegend weiblich geprägten Berufen trifft dies nur für knapp 60 Prozent der Auszubildenden zu“, heißt es dazu im Ausbildungsreport. Gleichzeitig gab nur jede/r Zehnte in einem männertypischen Beruf an, keinen Ausgleich für Überstunden zu erhalten, in den weiblich geprägten galt dies für mehr als jede/n Vierte/n.

Dass mehr als doppelt so viele Auszubildende in typischen Frauenberufen Probleme haben, sich nach der Arbeit zu erholen, wundert auch angesichts eines anderen Befunds des DGB-Reports wenig. So haben Auszubildende in den männlich dominierten Ausbildungsberufen durchschnittlich etwa zwei Tage mehr Urlaub als BerufsanfängerInnen in von Frauen bevorzugten Berufen.

Weniger Geld in frauendominierten Ausbildungsberufen
Letztlich schlägt sich die strukturelle geschlechtsspezifische Ungleichheit aber auch in der unterschiedlichen Bezahlung der jeweiligen Berufe nieder. Mit durchschnittlich 581 Euro liegt die monatliche Ausbildungsvergütung in männertypischen Berufen deutlich über der Vergütung der von Frauen bevorzugten Berufe. Hier verdienen die Lehrlinge rund 87 Prozent weniger. Erst im dritten Lehrjahr erreichen die Auszubildenden in klassischen Frauenberufen das Niveau des ersten Lehrjahrs in den sogenannten Männerberufen.

Lehrlinge in klassischen Frauenberufen unzufriedener
All diese Benachteiligungen schlagen sich auch in der Gesamtzufriedenheit der BerufsanfängerInnen nieder. So waren mehr als drei Viertel der Lehrlinge in den männlich dominierten Ausbildungen "zufrieden" und "sehr zufrieden" – 10 Prozent mehr als in den weiblich dominierten Berufen (68%).

Frauentypische Berufe attraktiver machen

Für umso wichtier hält es der DGB, dass Frauen auch in die Berufe strömen, in denen die strukturellen Rahmenbedingungen und damit letztlich auch die Perspektiven günstiger sind als in den bislang von ihnen bevorzugten Berufen. Zugleich plädiert der Gewerkschaftsbund dafür, die klassischen Frauenberufe insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Soziale Arbeit attraktiver zu machen: "indem die auch im Rahmen dieser Studie festgestellten Unterschiede bei der Bezahlung sowie bei den Arbeits- und Urlaubszeiten reduziert und die Leistungen der Beschäftigten angemessen honoriert sowie gesellschaftlich anerkannt werden."

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link in neuem FensterDGB-Ausbildungsreport 2011


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Freitag 16. September 2011

Thema: Ausbildung,





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