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Insbesondere Geld, gesellschaftliche Akzeptanz, Ungebundenheit und Macht sind auch heute noch so ungleich verteilt, dass wir schlechterdings nicht behaupten können, Frauen rivalisierten unter gleichen Bedingungen.

(Christine Bergmann, deutsche Politikerin, u.a. von 1998 bis 2002 Bundesfrauenministerin)

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UN Women: hohe Erwartungen, begrenztes Budget

Logo der neuen UN Einheit

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Von 22. Februar bis 4. März tagte in diesem Jahr die 55. UN-Frauenrechtskonferenz (FRK) in New York. Dabei fand sie zu ersten Mal unter Leitung von UN Women statt, der neu gegründeten Einheit der Vereinten Nationen. Sie verfolgt das Ziel, die Gleichstellung der Geschlechter und das Empowerment von Frauen zu stärken. Direktorin Michelle Bachelet, kündigte an, sie wolle UN Women zu einer dynamischen und innovativen Einheit entwickeln, die in der Lage sei, einen institutionellen Kulturwandel herbeizuführen.

Von Elisabeth Botsch

Michelle Bachelet begrüßte zu Beginn ihrer Rede die RepräsentantInnen der Mitgliedsregierungen sowie auch die VertreterInnen der NGOs und Netzwerke. Sie betonte, dass der 55. Sitzung der FRK besondere Bedeutung zukomme, da sie die erste Gelegenheit darstelle, das Mandat von UN Women zu maximieren und die Verknüpfung zwischen den UN-Mitgliedsstaaten und der neuen Einheit in konkrete Verbesserungen für Frauen und Mädchen zu überführen.

 
Michelle Bachelet im Gespräch mit NGO-Vertreterinnen in New York, Fotos: Elisabeth Botsch

Ein erster Strategieplan, der die Arbeit von UN Women festlegt, ist in Arbeit und soll dem Verwaltungsrat im Juni 2011 vorgelegt werden. Diesem liegt die Vision einer Welt zugrunde, in der Frauen und Männer die gleichen Rechte und Chancen haben und die Prinzipien von Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment von Frauen fest integriert sind.

Thematische Schwerpunkte

Unter Berücksichtigung spezifischer Länderkontexte und unterschiedlichem Leistungsvermögen werden sich die Aktivitäten von UN Women auf fünf thematische Schwerpunkte konzentrieren:
1. Stimme, Führung und Beteiligung von Frauen ausweiten und Lücken in der Besetzung von Führungspositionen in unterschiedlichen Sektoren schließen
2. Gewalt gegen Frauen beenden
3. Frauen verstärkt in der Friedens- und Sicherheitsagenda einsetzen
4. Das ökonomische Empowerment von Frauen entwickeln
5. Gender equality zu zentralen Prioritäten in der nationalen, lokalen und sektoralen Planung und Budgetierung machen

Im Zentrum der diesjährigen FRK stand das Thema „Zugang von Frauen und Mädchen zu und Beteiligung an Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Technologie einschließlich der Förderung des gleichen Zugangs von Frauen zu Vollbeschäftigung und menschenwürdiger Arbeit.“ Das Thema: „Die Beseitigung aller Formen von Diskriminierung und Gewalt gegen Mädchen“ wurde als Review-Thema mit dem Ziel wiederaufgenommen, Fortschritte in der Implementation der agreed conclusions der 51. Sitzung der CSW zu evaluieren.

Feierlicher Start von UN Women

Unter dem Motto „Die Vergangenheit anerkennen – die Zukunft von Frauen und Mädchen in den Blick nehmen“ wurde im Rahmen der FRK-Sitzung am 24. Februar 2011 der Start von UN Women mit einer Feier in der Halle der UN-Generalversammlung begangen. Daran nahmen zahlreiche Vertreterinnen von NGOs auf den Plätzen im Saal teil, die sonst den RegierungsvertreterInnen vorbehalten sind. Viele Prominente ergriffen das Wort, darunter der Präsident der Generalversammlung, Joseph Deiss, UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Prinzessin Cristina von Spanien, der Gründer der UN Foundation Ted Turner, Gina Davis. Shakira und Nicole Kidman wurden zugeschaltet. Michelle Bachelet skizzierte Strategieplan und thematische Schwerpunkte von UN Women und versicherte, dass sie sich mit aller Kraft dafür einsetzen werde, dass UN Women zu einer mächtigen Institution für Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der UN, in den Regionen und auf lokaler Ebene werde. Als Abschluss wurde ein eigens für UN Women geschriebenes Lied mit dem Titel „One Woman“ aufgeführt.

 

Links: v.lr.n.r.: Elisabeth Botsch (DF), Cécile Greboval und Brigitte Triems (EWL)
Rechts: Michelle Bachelet (Mitte) mit Fans 

Treffen mit NGO-Vertreterinnen

Am Samstag, 26.02.2011 traf sich Michelle Bachelet mit rund 60 NGO-Vertreterinnen aus allen Regionen der Welt. Bachelets Anliegen war es, von der Zivilgesellschaft zu erfahren, welcher Handlungsbedarf gesehen und was von UN Women erwartet wird.

Aus den Beiträgen der Teilnehmerinnen wurde deutlich, dass hohe Erwartungen an UN Women bestehen, die in den Weltregionen thematisch sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. UN Women habe ein globales Mandat und verfüge nur über wenige Büros weltweit, fasste Bachelet zusammen. Daher sei es von größter Wichtigkeit, dass die Regierungen ihre Aktionspläne in die Tat umsetzten. Dabei soll eine Koordination mit den NGOs erfolgen. Im Strategieplan, der zurzeit ausgearbeitet wird, würden viele angesprochene Probleme aufgegriffen werden. Einer der Schwerpunkte wird das Thema soziale Gerechtigkeit sein, die eng mit dem Empowerment von Frauen verknüpft ist. Für 2012 ist die Entwicklung von Indikatoren vorgesehen, die die Umsetzung der Ziele, die im Strategieplan formuliert werden, messbar machen sollen. Ein weiteres wichtiges Thema sei das Budget von UN Women, das derzeit nicht ausreiche, um alle Aufgaben zu erfüllen. Bachelet versprach, die Einbindung der NGOs in das System von UN Women zu verbessern, auch wenn die FRK ganz klar von den UN-Mitgliedsstaaten organisiert wird.

Bachelet bald in Deutschland?

Die Leiterin der UN Women steht einer Einladung des Deutschen Frauenrates, Deutschland im nächsten Jahr zu besuchen, positiv gegenüber.
 
Dr. Elisabeth Botsch vertrat als Vorstandsmitglied den Deutschen Frauenrat auf der 55. FRK in New York. Der DF hat besonderen Beraterstatus bei beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.

Weitere Informationen:

www.unwomen.org


 

Erstellt am: Montag 14. März 2011

Thema: UN Women, Gleichstellung, Internationale Frauenpolitik





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