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Europäische Alleinerziehendenverbände warnen vor Kürzungen bei Bildung und Familie

Foto: CFalk/www.pixelio.de

Das Netzwerk EnoS (European Network of Single Parent Families), ein Zusammenschluss von Alleinerziehendenverbänden auf europäischer Ebene, hat die Regierungen aufgefordert, auch in der Krise an der Bekämpfung von Kinderarmut und am Ausbau der Infrastruktur festzuhalten.

„Die europaweite Wirtschaftskrise darf nicht als Rechtfertigung für die Kürzung familienpolitischer Leistungen herhalten. Wir müssen die Krise als Chance sehen und jetzt die richtigen politischen Prioritäten für die Zukunft setzen“, bekräftigte ENoS-Präsidentin Edith Schwab auf dem Jahrestreffen der Alleinerziehendenverbände am 15. Mai in Bozen/Südtirol.

Kochs Sparpläne auch von CDU abgelehnt
Damit positioniert sich das Netzwerk auch gegen jüngste Äußerungen des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), der angesichts der Schuldenbremse u.a. Kürzungen bei Bildung und Familie nicht ausschließen will. Der Widerstand gegen die Sparpläne des stellvertretenden CDU-Vorsitzenden wächst von Tag zu Tag auch in den eigenen Reihen. Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nun auch Unionsfraktionschef Volker Kauder (beide CDU) Kochs Vorstoß eine deutliche Absage erteilt. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hatte die Pläne des CDU-Vize als "absurd" zurückgewiesen und versichert: "Am Kita-Ausbau wird nicht gerüttelt und auch der Rechtsanspruch wird kommen."

Nicht nur Banken und Wirtschaft mit Milliardenbeträgen unterstützen
Das europäische Netzwerk der Alleinerziehendenverbände hält die Stärkung der Binnenstruktur für eine politische Aufgabe, die sofort und für alle Kinder realisiert werden müsse. „Kindern ist aus dem Steueraufkommen der Länder eine finanzielle Grundsicherung zu bezahlen, die es ermöglicht, dass jedes Kind mit gesundem Essen, mit kindgerechtem Wohnraum, mit autonomen Freizeitmöglichkeiten und mit einem Angebot an vielfältigen Bildungsangeboten versorgt wird.“ Es stehe in der Verantwortung der Staatengemeinschaft, für das Wohl jeder Kindergeneration zu sorgen „und nicht nur die Banken und die Wirtschaft mit Milliardenbeträgen zu unterstützen“.

Investitionen in Bildung verhindern Dauerkrise
Die Kinder von Alleinerziehenden sind in fast allen Ländern die größte von Armut betroffene Gruppe. Das Armutsrisiko von Kindern in der Europäischen Union beträgt 19 Prozent, das von Einelternfamilien 35 Prozent. Insgesamt gelten europaweit 20 Millionen Kinder als arm. Das bleibt nach Auffassung der europäischen Alleinerziehendenverbände nicht ohne Folgen für die Wirtschaftsstandorte der Staaten, „die auf eine leistungsstarke, innovative und kreative nachwachsende Generation angewiesen ist“.
In den Ausbau von qualitätsvoller Kinderbetreuung und der kostenlose Zugang zu Bildungseinrichtungen aller Art müsse daher weiter investiert werden, wenn die gegenwärtige Wirtschaftskrise nicht zur Dauerkrise werden soll.


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Dienstag 18. Mai 2010

Thema: Alleinerziehende, Krise,





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