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Sag mir wo die Lesben sind?

Zwei Frauen halten sich an der Hand

Irgendwo auf dem CSD, Foto: wikimedia.com

Es ist immer das gleiche Bild: Am Christopher Street Day, bei dem Homo-, Bisexuelle und Transgender alljährlich für ihre Rechte demonstrieren, gehen lesbische Frauen Seite an Seite gemeinsam mit schwulen Männern auf die Straße. Doch in den Medien kommen sie selten vor. Auch die zunehmende Berichterstattung zu Gleichstellungsthemen stellt oftmals nur schwule Männer in den Mittelpunkt. Die Vielfalt lesbischen Lebens bleibt öffentlich unsichtbar.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Münchner Studie. Darin wertete die Kommunikationswissenschaftlerin Elke Amberg zu den Themen Christopher Street Day und Rechtliche Gleichstellung (Adoption, Standesamtöffnung, Hinterbliebenenversorgung, Ehe-Gatten-Splitting, etc.) insgesamt 81 Artikel der fünf wichtigsten Münchner Tageszeitungen (Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, tz und AZ) aus, die im Zeitraum 1. Juli bis 31. Dezember 2009 erschienen sind.

Überschriften übergehen Lesben

Fazit: In keiner Überschrift kam das Wort „lesbisch" oder „Lesbe" vor, nur ein einziges Mal wurde in einem Artikel auf Lesben als diskriminierte Gruppe Bezug genommen. Lesbische Frauen kamen in den Artikeln weitaus weniger zu Wort als schwule Männer: 19 Lesben im wörtlichen Zitat standen 45 Schwulen gegenüber. Das Wort „schwul" oder „Schwule" kam hingegen in 13 Überschriften vor, nicht selten sogar bei Themen, die beide Geschlechter betrafen. Rund ein Drittel der Artikel blendete lesbische Frauen vollkommen aus. Zum einen durch sprachliche Mittel wie falsche Überschriften („Steuersplitting für Schwule") oder die Gleichsetzung der Begriffe „schwul" und „homosexuell". Zum anderen durch eine nur auf schwule Männer zugeschnittene Auslegung eines Themas, das eigentlich beide Geschlechter betrifft (z.B. Diskriminierung in der Kirche, Verpartnerung im Standesamt).

Die Studie wurde von der Münchner Lesbenberatungsstelle LeTRa in Auftrag gegeben und wird auf deren Website in Kürze auszugsweise als Download zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen:
www.letra.de


 

Erstellt am: Montag 23. August 2010

Thema: Lesben, Gleichstellung, Medien,





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