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Gratulation: Irmgard Blättel wird 80

Porträt von Irmgard Blättel

Irmgard Blättel

Der Deutsche Frauenrat beglückwünscht die ehemalige Vorsitzende zu ihrem 80. Geburtstag und wünscht ihr alles Gute. Der Deutsche Frauenrat ist stolz, mit Irmgard Blättel in den 80er Jahren (1980 bis 1988) eine entschiedene Frauenpolitikerin und Lobbyistin an der Spitze bzw. als Stellvertretende Vorsitzende gehabt zu haben.

Rückschauend hat sie einmal gesagt, dass diese Jahre für sie gerade wegen der Bündelung der drei Funktionen im DGB, in den CDU-Sozialausschüssen und im Deutschen Frauenrat die interessanteste und aufregendste Lebensphase waren – auch und gerade wegen der frauenpolitischen Aufgabenstellungen und den vielen Querverbindungen zu engagierten Frauen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und Berufsgruppen und der europäischen und internationalen Netzwerkarbeit.

Dass Irmgard Blättel von 1973 bis 1985 über eine Quote in den Bundesvorstand der CDU-Sozialausschüsse (CDA) gekommen ist, hat sie zum Beispiel nie gestört: „Ich und auch keine andere Frau hätte sonst eine Chance gehabt, in dieses Gremium hineinzukommen. Wenn es heute etwas leichter geworden ist als früher, dann nur durch die Bewusstseinsbildungsarbeit der früheren Generationen und die Quotendrohung.“

Irmgard Blättel ging es immer um das Aufspüren von Diskriminierungen und Benachteiligungen bei Frauen - sei es im Arbeits- und Sozialrecht oder auch im Ehe- und Familienrecht. Sie hatte einen klaren Blick für diskriminierende Verhaltensweisen und Mechanismen in der Gesellschaft, zum Beispiel den Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsplätzen oder auch zu Leitungsfunktionen und zu politischen Mandaten betreffend. Vor zehn Jahren hat sie formuliert, was für sie nach wie vor trotz des bisher Erreichten gilt: „Der Kampf um die gleichen Rechte und Chancen der Frauen und Männer geht weiter.“

1928 wurde sie in einer katholischen Arbeiterfamilie als ältestes von vier Kindern geboren. Nach dem Krieg machte sie eine kaufmännische Lehre und schloss eine Lehre als Buchhändlerin an. Nachdem sie als kaufmännische Angestellte gearbeitet hatte wurde sie 1962 Rechtssekretärin beim DGB-Landesbezirk in Frankfurt. Ab 1972 war sie Abteilungsleiterin der Abteilung Frauen beim DGB-Bundesvorstand und fungierte als ehrenamtliche Richterin am Bundessozialgericht. 1980 wurde sie in den Geschäftsführenden Bundesvorstand mit den Geschäftsbereichen Frauen, Arbeiter und Handwerk gewählt. Seit 1990 war Irmgard Blättel im Ruhestand in der sozialpolitischen Arbeit aktiv – zum Beispiel als Gründungsmitglied von UNIFEM Deutschland und in Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige und für Angehörige psychisch kranker Menschen. (GK)


 

Erstellt am: Donnerstag 17. Juli 2008

Thema: Gleichstellungspolitik,





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