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„Komm, mach MINT“
Unter diesem Motto hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan einen »Pakt für mehr Frauen in MINT-Berufen« gestartet. Hinter der Abkürzung MINT verbergen sich die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, das heißt Zukunftsberufe, in denen Frauen immer noch eine kleine Minderheit stellen. Um dies zu ändern, hat sich ein breites Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengefunden, das das Engagement und die Initiativen aller Beteiligten stärken und bündeln will.
Ziel des Paktes ist es zum Beispiel, den Anteil der Studienanfängerinnen in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern in fünf Jahren um fünf Prozentpunkte zu steigern und zu erreichen, dass bei Neueinstellungen im MINT-Bereich Frauen mindestens entsprechend ihres Anteils an den Absolvent/innen berücksichtigt werden. Die Initiative will außerdem bewirken, dass der Anteil von Frauen an Führungspositionen deutlich erhöht wird.
Wanted: Sichtbare Rollenvorbilder
In diesem Zusammenhang sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan bei der Auftaktveranstaltung des Paktes: „Wir brauchen mehr sichtbare Rollenvorbilder, bessere Informationen über den Berufsalltag und Angebote, die bei jungen Mädchen frühzeitig das Interesse an Naturwissenschaft, Mathematik und Technik wecken und erhalten. In zahlreichen weiteren Aktivitäten soll ein reales und modernes Bild der MINT-Berufe vermittelt werden. Hier müssen wir ansetzen. Wir müssen zudem vermitteln, dass auch die MINT - Berufe mittelbar oder unmittelbar mit Menschen zu tun haben, denn dies ist ein wichtiges Kriterium bei der Berufswahl von Mädchen.“
Weibliche Potenziale nutzen
Für Kira Stein, promovierte Maschinenbauingenieurin, engagiert unter anderem im Deutschen Ingenieurinnenbund (dib.e.V.) und in der Arbeitsgruppe High Tech des Deutschen Frauenrates, ist die Beteiligung von Frauen an der Technik aber nicht nur eine Frage der Gleichstellung oder die Lösung für den Fachkräftemangel, sondern unabdingbare Voraussetzung für Innovation, Qualität, Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Produkten und Produktionsprozessen. Die Aufgaben, vor denen wir stehen, können nur unter Nutzung aller verfügbaren Potenziale gelöst werden - auch und besonders mit Hilfe der weiblichen Potenziale in der technischen Entwicklung.
Pakt nur erfolgreich, wenn Taten folgen
Kira Stein: „Der Pakt kann meiner Ansicht nach nur dann erfolgreich sein, wenn es ihm gelingt, alte Vorurteile und männlich geprägte Fachkulturen zu überwinden, sowie die Chancen und Rahmenbedingungen für Frauen zu verbessern. Hier ist abzuwarten, ob den Vereinbarungen auch entsprechende Taten folgen und wieweit das versprochene Engagement der Paktpartner trägt, um in ihrem Entscheidungsbereich und Umfeld Grundsätzliches zu verändern. Hintergrund der Initiative ist der erwartete Fachkräftemangel, der sich bisher noch vorwiegend auf junge Männer bezieht. Ich habe den Pakt als Vertreterin des Deutschen Ingenieurinnenbundes aktiv unterstützt, weil ich zum einen die Begeisterung für den spannenden und vielfältigen Beruf der Ingenieurin vermitteln wollte, der uns erlaubt, technische Produkte nicht nur zu benutzen, sondern in Zusammenarbeit mit anderen Produkte, Prozesse und technologische Entwicklungen kreativ zu gestalten. Zum anderen wissen wir, dass Frauen in diesen Berufen häufig immer noch Exotinnen sind, deutlich benachteiligt in Bezug auf Beschäftigung, Bezahlung und Beförderung und sich die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben besonders schwierig gestaltet. Dies wollen wir verändern.“ (GK)
Informationen für Schülerinnen und Studentinnen
Das Internet-Portal der Initiative informiert unter anderem mit Hilfe einer Aktionslandkarte Schülerinnen und Studentinnen über die Vielzahl schon bestehender und geplanter Aktivitäten:
www.komm-mach-mint.de
Weitere Informationen:
Zur Webseite des Deutschen Ingenieurinnenbund (dib.e.V.):
www.dibev.de
Ein Good-Practice-Beispiel bietet die Technische Universität Berlin. Sie vergibt den mit 5.000 Euro dotierten Clara-von-Simson-Preis, um Frauen in natur- oder technikwissenschaftlichen Fächer zu fördern.
In diesem Jahr werden am 11. Juli vier junge Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen geehrt. Weitere Informationen lesen Sie hier .
Erstellt am: Dienstag 08. Juli 2008
Thema: Arbeit , Wirtschaft, Gleichstellungspolitik, Bildung,


