Informationen
Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Das Präventionsgesetz steht erneut zur Debatte. Zur Anhörung im Bundestag am 23. Juni nimmt der Deutsche Frauenrat noch einmal Stellung. Die Verantwortung für Gesundheit muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe bleiben und dürfe nicht individualisiert werden, wie jüngst von der FDP in ihrem Antrag gefordert. Vor allem müsse auch in der Prävention auf eine geschlechtergerechte Medizin geachtet werden. Diese seit langem von der Frauenlobby geforderte Grundvoraussetzung für das Präventionsgesetz sei noch immer nicht berücksichtigt, moniert die DF-Vorsitzende, Brunhilde Raiser.
Die Prävention soll zu einer eigenständigen Säule im deutschen Gesundheitswesen ausgebaut werden. Dabei geht es vor allem darum, Gesundheit im alltäglichen Lebensumfeld, in Stadtteilen, Schulen, Kindergärten oder Betrieben zu fördern und Maßnahmen zur gesunden Ernährung, Bewegung und psychischer Gesundheit zu ergreifen. Investitionen müssten in der Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Umwelt-, Städtebau-, Kinder- und Jugendpolitik sowie in weiteren Politikfeldern getätigt werden.
Zentrales Frauenthema
Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde bereits in der letzten Legislaturperiode von der rot-grünen Regierung vorgelegt. Doch trotz Zusagen, konnte sich auch die Koalition bisher in Sachen Prävention nicht einigen. Die Fraktionen der Opposition haben nun entsprechende Anträge in den Bundestag eingebracht, um die Bundesregierung aufzufordern, endlich das Präventionsgesetz auf den Weg zu bringen.
Der deutsche Frauenrat weist in seiner Stellungnahme daraufhin, dass aufgrund der immer noch bestehenden Rollenklischees Prävention ein zentrales Frauenthema ist. Gesundheitsbewusstes Verhalten werde noch immer eher von den Frauen an die Kinder weitergegeben. Daher begrüßt die Frauenlobby grundsätzlich das Präventionsgesetz und damit einhergehend die Stärkung der Menschen, gesundheitsbewusster zu leben.
Lesen Sie weiter:
Aktuelle Stellungnahme des DF vom 12. Juni 2008 zum Präventionsgesetz (pdf, 1,9 MB)
Stellunganhmen des DF bzw. seiner Mitgliedsverbände aus 2005:
Keine Verpflichtung zur Gesundheit
Prävention ist weiblich
Anträge der Opposition für ein Präventionsgesetz:
Antrag der Fraktion der FDP: Drucksache 16/8751 vom 09.04.2008
Eigenverantwortung und klare Aufgabenteilung als Grundvoraussetzung einer
effizienten Präventionsstrategie
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Drucksache 16/7284
Präventionsgesetz auf den Weg bringen - Primärprävention umfassend stärken
Antrag der Fraktion Die Linke: Drucksache 16/7471
Gesundheitsförderung und Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgaben stärken – Gesellschaftliche Teilhabe für alle ermöglichen
Erstellt am: Montag 16. Juni 2008
Thema: Gesundheit , Bioethik,



