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Lohngefälle im Sport
Die Fußball-Weltmeisterinnen bringen längst nicht so hohe Gehälter und Preisgelder mit nach Hause wie ihre männlichen Kollegen. Die Prämien für die Europameisterschaft 2008 liegen um ein Vielfaches höher als die zur Frauen-WM 2007: Bis zu 250.000 Euro bekommt jeder Nationalspieler für den Titel, fünfmal soviel wie die Weltmeister-Frauen für ihren.
Aber auch ohne Titel liegen die Prämien noch immer höher als für die Fußballfrauen: 80.000 Euro pro Spieler gibt es schon beim Einzug ins Viertelfinale. Die Einnahmen für die Mannschaftskasse liegen im Millionenbereich.
Die Fußballerinnen bekamen für ihren Weltmeistertitel gerade mal 800.000 Euro in die Mannschaftskasse und 50.000 Euro pro Spielerin. „Diskriminierung aufgrund des Geschlechts findet auch im Leistungssport statt“, so das Fazit der Europabgeordneten Hiltrud Breyer.
Antwort der EU Offenbarungseid
Die Grüne wollte wissen, was die EU denn gegen eine solche Diskriminierung zu tun gedenke. In einer Antwort auf ihre parlamentarische Anfrage hieß es lapidar: Sportliche Aktivitäten unterliegen grundsätzlich dem EU-Recht. Zwar gebe es viele rechtliche Unklarheiten im Bereich der Gehälter und Preisgelder, doch die EU kann nicht „in die individuelle Vertragsgestaltung von SportlerInnen eingreifen“.
Das sei ein „Offenbarungseid“, stellte Bryer fest. „Es ist unverständlich, warum die EU-Kommission auf der einen Seite klarstellt, dass Sport unter EU-Recht fällt, andererseits die Diskriminierung bei den Gehältern im Sport nicht klar ächten will.“
Gleichstellung wird eben mit vielerlei Maß gemessen.
Zur parlamentarischen Anfrage von MEP Hiltrud Breyer und der Antwort der EU-Kommission.
Erstellt am: Montag 09. Juni 2008
Thema: Gleichstellungspolitik,



