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Telekom will Beruf und Pflege vereinbaren
Als eines der ersten Unternehmen hat die Deutsche Telekom angekündigt, ihren Beschäftigten das Recht auf eine Familienpflegezeit zu gewähren. Mit Beginn des neuen Jahres ist das in weiten Teilen umstrittene Familienpflegezeitgesetz in Kraft getreten.
Dieses sieht vor, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 15 Stunden reduzieren können, wenn sie eine/n Angehörige/n pflegen. Wird die Arbeitszeit wegen Pflege beispielsweise auf 50 Prozent reduziert, erhalten die Beschäftigten weiterhin 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Zum Ausgleich müssen sie später wieder voll arbeiten, bekommen in diesem Fall aber weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so lange, bis das Zeitkonto ausgeglichen ist.
Viel Kritik am neuen Gesetz
Doch so hehr der Anspruch des Gesetzes aus dem Hause von Bundesministerin Kristina Schröder (CDU) auch ist - es hagelte Kritik von allen Seiten insbesondere wegen des fehlenden Rechtsanspruchs. Auch der Deutsche Frauenrat hatte in einer
gemeinsamen Erklärung mit anderen Verbänden beanstandet: "Ohne einen Rechtsanspruch sind weder Beginn noch Ende der Familienpflegezeit ordentlich geregelt". Alle zu treffenden Vereinbarungen müssten in einer vom Gesetzgeber nicht näher definierten Übereinkunft zwischen ArbeitgebeInnen und ArbeitnehmerInnen ausgehandelt werden.
DF: Besser kein Gesetz als ein so schlechtes
Auch den fehlenden Kündigungsschutz zum Zeitpunkt der Beantragung sowie die private Zusatzversicherung der Beschäftigten für den Fall ihres Todes hatte der Deutsche Frauenrat kritisiert. Das vorliegende Familienpflegezeitgesetz gehe ausschließlich zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und sei für die Pflegebedürftigen nicht hilfreich, urteilte die Frauenlobby - und befand: "Besser kein Gesetz als ein so schlechtes!"
Telekom: Vereinbarkeit ist Ausdruck einer guten Unternehmenskultur
Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom, sieht in der neuen Familienpflegzeit dennoch ein Instrument, um Arbeitszeiten individueller und flexibler zu gestalten. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist bei uns kein Lippenbekenntnis, sie ist Ausdruck einer guten Unternehmenskultur - nicht nur bei Elternzeit, sondern jetzt auch bei Pflege."
Erstellt am: Montag 02. Januar 2012
Thema: Pflege



