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Im Westen nichts Neues: Berufsrückkehrerinnen bevorzugen Teilzeit
Berufsrückkehrerinnen in Ostdeutschland wollen überwiegend in Vollzeit arbeiten, in Westdeutschland dagegen eher in Teilzeit. Das belegt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer am 8. Dezember veröffentlichten Studie.
Nach Angaben des IAB bevorzugen 72 Prozent der Berufsrückkehrerinnen in Westdeutschland eine Teilzeitstelle, in Ostdeutschland hingegen nur jede fünfte. Wesentlich gefragter sind in Ostdeutschland dagegen Vollzeitjobs: Während 81 Prozent der Berufsrückkehrerinnen sich einen Vollzeitarbeitsplatz wünschen, trifft dies nur auf jede dritte Frau in Westdeutschland zu.
Betreuungsquote für Einjährige in Ostdeutschland mehr als dreimal so hoch
Die IAB-Autorinnen führen die unterschiedliche Erwerbsneigung zurück auf das Kinderbetreuungsangebot in den neuen und alten Bundesländern. Tatsächlich finden Eltern in Westdeutschland nur schwer einen Betreuungsplatz für ihre Kinder: Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes lag beispielsweise in Ostdeutschland die Betreuungsquote der einjährigen Kinder mit fast 61 Prozent mehr als dreimal so hoch wie in westdeutschen Kreisen (18 Prozent).
Neben der unterschiedlichen Betreuungsinfrastruktur in den neuen und alten Bundesländern spiele aber auch die schon zu DDR-Zeiten deutlich ausgeprägte positive Einstellung zur Erwerbstätigkeit von Müttern eine Rolle. Nicht zuletzt führten auch ökonomische Gründe zur erhöhten Erwerbsneigung von Frauen in den neuen Bundesländern, sind die IAB-Forscherinnen überzeugt. Hier könne mit einer Teilzeitstelle die Versorgung der Familie oft nicht gewährleistet werden; zudem sei das Arbeitslosigkeitsrisiko der Männer höher als in den alten Bundesländern.
Frauen in der stillen Reserve vom Ehemann abgesichert
Zusätzlich zu den arbeitsuchend gemeldeten Berufsrückkehrerinnen sieht das IAB noch großes Potenzial an Personen, die zur Arbeitsaufnahme bereit wären, sich aber nicht arbeitsuchend gemeldet haben: die sogenannte stille Reserve. Im Vergleich zu den Frauen in der stillen Reserve sind die gemeldeten Berufsrückkehrerinnen jünger, öfter alleinerziehend und müssen häufiger zur Sicherung des Familieneinkommens beitragen. Frauen in der stillen Reserve seien dagegen eher vom Ehemann finanziell abgesichert.
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Erstellt am: Mittwoch 14. Dezember 2011
Thema: Arbeitsmarkt,



