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Kindesmissbrauch: Neuer Beauftragter stellt Arbeitsplan vor

Porträt des neuen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Johannes-Wilhelm Rörig, Foto: www.rieken-fotografie.de

Der neue Regierungsbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, will in spätestens zwei Jahren die Empfehlungen des Runden Tisches umgesetzt haben. Dessen Ende, so Rörig, markiere keinen Schlussstrich, sondern einen Anfang.

Ende November hatte der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ seinen Abschlussbericht vorgestellt und unter anderem beschlossen, Missbrauchsopfer künftig mit 100 Millionen Euro unterstützen zu wollen – zur Hälfte soll der Bund zahlen, zur Hälfte die Länder, Kommunen und Institutionen.

Monitoring für Umsetzungsprozess
Die wichtigste Aufgabe, so Rörig, sei jetzt die konsequente Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches. In den kommenden 24 Monaten müsse sich zeigen, ob der Wille der verantwortlichen AkteurInnen vorhanden sei, den Umsetzungsprozess in Gang zu bringen. Rörig will hierfür ein Monitoring mit bundesweiten Befragungen durchführen. Erste Ergebnisse sollen im Herbst/Winter 2012 vorgestellt werden, wenn der Runde Tisch nochmals zusammenkommt, um die bisherigen Ergebnisse und weitere Fragen zu diskutieren.

Niedrigschwellige und zeitnahe Hilfen für Betroffene
"Mein Ziel ist es", sagte der neue Beauftragte, "den Schutz für Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu verbessern und dazu beizutragen, dass Betroffenen zeitnah die Hilfen zur Verfügung gestellt werden, die sie zur Bewältigung des Erlebten benötigen." Zu diesem Zweck plant Rörig unter anderem ein zentrales Hilfeportal im Internet, das schon im Herbst nächsten Jahres starten soll. Auf der Website sollen sich Betroffene und Interessierte aller Altersgruppen informieren, Hilfe in Anspruch nehmen und in Kontakt treten können. In den Aufbau und die Pflege des Hilfeportals will der Regierungsbeauftragte auch Beratungsstellen, PsychotherapeutInnen und OpferanwältInnen einbinden.

Rörig war Unterabteilungsleiter in der Kinder- und Jugendabteilung des Bundesfamilienministeriums und begleitete schon als Büroleiter der damaligen Bundesministerin Christine Bergmann verschiedene Anti-Gewalt-Initiativen. Auch im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik kann der zweifache Familienvater auf viel Erfahrung zurückgreifen. So war Rörig unter anderem befasst mit dem Bundeskinderschutzgesetz, mit dem Aktionsplan 2011 der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung sowie mit der Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendplans des Bundes.

Der neue Beauftragte wird seine Tätigkeit unabhängig ausüben; er ist nicht weisungsgebunden und untersteht keiner Fachaufsicht.

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.beauftragter-missbrauch.de




AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Sonntag 18. Dezember 2011

Thema: sexueller Missbrauch,





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