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In der Theorie sind die Genossinnen schon gleichberechtigt, in der Praxis aber hängt der Philisterzopf den männlichen Genossen noch ebenso im Nacken wie dem ersten besten Spießbürger.

(Clara Zetkin, deutsche Sozialistin, Kommunistin, Frauenrechtlerin (1857-1933))

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Hebammen erzürnt über höhere ÄrztInnenhonorare

In einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) scharfe Kritik an den steigenden Honoraren für ÄrztInnen geübt. Die Verhandlungsergebnisse zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) quittiert der Hebammenverband mit „Fassungslosigkeit und Wut“.

Der gleiche GKV, der die Hebammen vor drei Monaten mit Minimal-Erhöhungen brüskierte habe, schüttete "nun ein Füllhorn von einer Milliarde Euro über die niedergelassenen Kassenärzte aus".
Im Jahr 2011 sollen die ÄrztInnenhonorare um 1 Milliarde auf insgesamt 33 Milliarden erhöht werden. Zum Vergleich: Für die Hebammenhilfe gibt der GKV alljährlich insgesamt 360 Millionen Euro aus.

Rein rechnerisch dürfe sich jede/r der 150.000 KassenärztInnen über fast 6.700 Euro mehr im Jahr freuen. Demgegenüber müsse eine selbstständige Hebamme im Durchschnitt die ersten zwölf begleiteten Geburten im Jahr umsonst arbeiten, nur um die gestiegenen Haftpflichtprämien bezahlen zu können. Seit 1. Juli müssen Hebammen in Deutschland 3.700 Euro im Jahr für ihre Haftpflichtversicherung zahlen - 1.300 Euro mehr als bisher.

Besonders ärgert sich die Interessenvertretung der Hebammen über die Aussage eines KBV-Funktionärs, wonach noch höhere Vergütungen möglich gewesen seien, weil diese bereits im Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung für 2011 eingepreist seien. Gleichzeitig erkläre man den rund 19.000 Hebammen, man könne die Beitragsstabilität nicht aus den Augen verlieren.

"Tausende von Hebammen haben in den vergangenen Jahren mangels wirtschaftlicher Perspektive ihren Beruf aufgeben müssen." Die garantierte freie Wahl des Geburtsortes (Klinik, Hausgeburt, Geburtshaus) sei schon jetzt insbesondere in ländlichen Gebieten zur reinen Farce verkommen, warnt der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands.





AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Freitag 08. Oktober 2010

Thema: Hebammen, Gesundheitspolitik, Gesundheitswesen, Frauengesundheit,





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