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Internationaler Akademikerinnenverband: Frauen in Afghanistan-Konferenz einbeziehen
Am 5. Dezember treffen sich die AußenministerInnen aus über neunzig Ländern mit der afghanischen Regierung in Bonn, um über die Zukunft des Landes zu sprechen. Der Internationale Akademikerinnenverband (IFUW) und andere Frauen- und Menschenrechtsorganisationen fürchten, dass afghanische Frauen bei diesem Treffen weder angemessen repräsentiert noch ihre Anliegen ausreichend berücksichtigt werden.
Ein Erstarken der Taliban bedeutet ...
Da auf der Konferenz mit einer starken Präsenz von Taliban-Vertretern zu rechnen ist, fürchten Afghaninnen, der Bonner Gipfel könne die Taliban legitimieren. Diese Sorge stand im Zentrum eines Treffens zwischen einer Delegation afghanischer Frauen und der Vorsitzenden der IFUW, Marianne Haslegrave, das bereits Ende Oktober in Genf stattfand. Leiterin der afghanischen Delegation war Massouda Jalal, ehemalige Frauenministerin und eine der führenden Stimmen im Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen in Afghanistan.
... Rückschlage für Rechte und Lebensbedingungen von Frauen
Der IFUW teilt die Befürchtungen der Afghaninnen, dass mit einem Erstarken der Taliban Frauenrechte einen großen Rückschlag erleiden. Daher hat der Internationale Akademikerinnenbund bereits Anfang November zwei Schlüsselfiguren der Konferenz um Unterstützung gebeten: den Botschafter Afghanistans im Deutschland Abdul Rahman Ashraf und den deutschen Außenminister Guido Westerwelle.
Der IFUW fordert von den Verantwortlichen der Konferenz:
- die volle Repräsentation der afghanischen Frauen in allen Vorbereitungen und als Delegierte zur Konferenz sicherzustellen,
- die Einbeziehung der Anliegen afghanischer Frauen bei der Konferenz und dem Zivilgesellschaft-Forum sicherzustellen und
- die Anwesenheit der afghanischen Frauen beim Zivilgesellschaft-Forum zu erleichtern, damit deren Stimmen gehört und deren Meinungen an die Konferenz der Außenminister weitergeleitet werden können.
Frauenrechte als "Side Event"
Mit Frauenrechten und Frieden für Afghanistan wird sich am Rande der internationalen Konferenz ein sogenannter
Side Event am 4. Dezember beschäftigen. Eingeladen dazu sind 34 VertreterInnen der afghanischen Zivilgesellschaft, darunter 16 Frauen, die sich aktiv für Frauen- und Menschenrechte in ihrem Land einsetzen. Politische Empfehlungen aus dieser Veranstaltung sollen im Anschluss der internationalen AußenministerInnenkonferenz vorgetragen werden. Gastgeber der Veranstaltung sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Internationale Frauenzentrum Bonn.
Erstellt am: Dienstag 29. November 2011
Thema: Afghanistan, Frauenrechte, Internationale Frauenpolitik,



