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Lobby der Frauen fordert Entschädigung für deutsche Zwangsarbeiterinnen

Gruppe von Frauen vor Bus.

Rückkehr deutscher Zwangsarbeiterinnen aus sowjetischen Lagern, 1955

Der Deutsche Frauenrat unterstützt die Forderung, deutsche Frauen zu entschädigen, die in Folge des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit leisten mussten. Er folgt damit einem Antrag des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen, der seit Jahren eine humanitäre Geste gegenüber dieser Opfergruppe verlangt. Der Bundesinnenminister hatte dies bislang abgelehnt mit der Begründung, dass es sich dabei um ein allgemeines Massenschicksal der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg handele. Eine Einmalzahlung für die wenigen noch Lebenden konnte auch in den Haushaltsberatungen des Bundestages am 12. November nicht durchgesetzt werden.

Deutsche Soldaten als Kriegsopfer anerkannt - Zwangsarbeiterinnen nicht
Auch deutsche Frauen haben im und nach dem Zweiten Weltkrieg durch sexualisierte Kriegsgewalt und Verschleppung als lebende Reparationen in Zwangsarbeitslagern Schlimmstes erlebt. Sie wurden im Gegensatz zu deutschen Soldaten jedoch nie als Kriegsopfer anerkannt und entschädigt. „Die Verschleppungen und Internierungen der Frauen und Kinder geschahen lediglich mit der Schuldzuweisung, dass sie Deutsche seien. Dies ist zutiefst unmenschlich und verletzt die individuellen Menschenrechte tausendfach“, heißt es in einer Erklärung des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen.

Seelische und körperliche Folgeschäden

Bisher seien alle Versuche fehlgeschlagen, eine gesetzliche Regelung für diese Frauen zu erreichen. „Die meisten derjenigen, die jahrelang brutale Haftbedingungen erdulden mussten, leben schon nicht mehr. Die Wenigen (geschätzt werden unter 10.000 Frauen und Kinder), die noch leben, leiden unter dauerhaften, seelischen und körperlichen Folgeschäden, die nicht als Kriegs- oder Haftfolge anerkannt werden. Ihre Rentenansprüche sind wegen der oft jahrelangen Internierung und ihrer Folgen lückenhaft und enthalten viele Ausfallzeiten, da sie sich nach dem Krieg oft allein um die Pflege der Eltern und die Erziehung der Kinder kümmern mussten“, heißt es dort weiter.

In Deutschland werde der Opfer von Kriegen in aller Welt gedacht und Hilfe angeboten. „Die deutschen Frauen bleiben davon ausgenommen. Sie sind alt, krank und arm. Sie fühlen sich diskriminiert als Opfer des Zweiten Weltkrieges und seiner Folgen“, schreibt der Öffnet externen Link in neuem FensterFrauenverband im Bund der Vertriebenen, der Mitglied im Deutschen Frauenrat ist. 


AutorIn: Ulrike Helwerth

Erstellt am: Dienstag 29. November 2011

Thema: Krieg, sexuelle Gewalt





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