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Landfrauen gegen „Herdprämie“
Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) kritisiert das geplante Betreuungsgeld. Nur ein ausreichendes Angebot bei der Kinderbetreuung garantiere Wahlfreiheit, so die Interessenvertretung von Frauen im ländlichen Raum.
„Wenn vor Ort Kitaplätze fehlen, gibt es nichts zum Auswählen. Es sei denn, gemeint ist die Entscheidung, ob Mutter oder Vater zu Hause bleibt. Wahlfreiheit sieht anders aus“, kommentiert dlv-Präsidentin Brigitte Scherb das Vorhaben der Regierung, ein Betreuungsgeld für Kinder zu zahlen, die nicht in einer Kita betreut werden.
Der Koalitionsvertrag von 2009 versprach Eltern, frei entscheiden zu können, wie ihre Kleinkinder betreut werden sollen. „Vielen Eltern wird das verwehrt“, betont Scherb. Denn nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes fehlten noch über 230.000 Betreuungsplätze (von den angestrebten 750.000), in erster Linie in den alten Bundesländern.
Junge Familien ziehen weg vom Land
Das geplante Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro für Eltern, die keinen Krippenplatz oder Kindertagesstätte für ihr Kind in Anspruch nehmen, nütze den erwerbstätigen Frauen wenig, so Scherb. Viele, gerade gut qualifizierte Frauen, wollten schnell in ihren Beruf zurück, müssten sich aber stattdessen erst einmal in die Kita-Warteliste eintragen. „Was das für die Gesellschaft und den ländlichen Raum bedeutet, ist bekannt: Die jungen Familien ziehen weg, die ländlichen Räume bluten aus“, sagt die dlv-Präsidentin und fordert: „Anstatt das Betreuungsgeld im 'Gießkannenprinzip' auszuzahlen, sollten die Mittel für Verbesserung der Kinderbetreuung und Bildung verwendet werden“. Bund, Länder und Kommunen müssten endlich dafür sorgen, dass wenigstens die angestrebte Betreuungsquote von 35 Prozent flächendeckend erreicht werde.
Erstellt am: Montag 21. November 2011
Thema: Betreuungsgeld, Kinderbetreuung,



