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Flüchtlingspolitik

Mehr Schutz für geflüchtete Frauen

Briefmarke Schattenriss Flüchtlinge

Flucht birgt vielfältige Gefahren
Foto: cityanimal/fotolia.com

Frauen auf der Flucht sind oft anderen Nöten und Gefahren ausgesetzt als Männer. Dabei geht es auch um Gewalterfahrungen und sexuelle Belästigung. Um ihnen in Deutschland zumindest eine sichere Unterkunft anzubieten, hat das Bundesland Hessen erstmals Aufnahmeeinrichtungen speziell für Frauen bereitgestellt.

Wie der Deutschlandfunk berichtete, hat die Stadt Darmstadt ein Netzwerk aus ÄrztInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen gebildet, um etwa auch schwangeren Frauen zu helfen. Ebenso sind die Frauenbeauftragte der Stadt, zahlreiche ehrenamtliche HelferInnen als auch Organisationen wie Pro Familia in die Unterstützung von geflüchteten Frauen eingebunden.

Auch hier droht Gewalt
Dass Flüchtlingsfrauen vermehrt Gewalt in Deutschland ausgesetzt sind, belegt auch eine nichtrepräsentative Studie des Bundesfrauenministeriums bereits aus dem Jahr 2004. 79 Prozent der Befragten berichten darin von psychischer Gewalt, 51 Prozent von körperlicher und 25 Prozent von sexueller Gewalt. „Dabei handelt es sich sowohl um Gewalt durch Beziehungspartner, um Gewalt und rassistische Übergriffe durch fremde oder kaum bekannte Personen als auch um Übergriffe durch Mitbewohner und Mitbewohnerinnen und Personal in den Wohnheimen und im Kontext der psychosozialen Betreuung und Versorgung“, so die Studie.

DIMR: Zeitnah auf geschlechtsspezifische Gewalt reagieren
Heike Rabe vom Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) fordert im Interview mit dem Mediendienst Integration: „Die Innen-, Integrations- und Sozialministerien müssen sicherstellen, dass bei geschlechtsspezifischer Gewalt eine kurzfristige Intervention erfolgt. Dafür müssen Sozial- und Ausländerbehörden ein schnelles Verfahren einrichten, um Betroffene und Täter bei Gewaltvorfällen umzuverteilen, sie müssen Ansprechpartnerinnen benennen und dafür sorgen, dass sie zeitnah erreichbar sind. Wenn Frauen sofort Schutz brauchen, sollte – trotz der derzeit schwierigen Belegungssituation – eine bestimmte Anzahl von Notplätzen bereitgestellt werden.“

Weitere Informationen:

Interview mit Heike Rabe, DIMR

Policy Paper des DIMR: Effektiver Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt - auch in Flüchtlingsunterkünften

Artikel Süddeutsche Zeitung

Studie des Bundesministeriums für Familie, Jugend, Frauen und Senioren (als pdf-Datei)


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 08. September 2015

Thema: Flüchtlingspolitik, Flüchtlinge, Flüchtlings- Integrations- und Migrationspolitik, Gewalt gegen Frauen, Gewaltschutz, sexuelle Gewalt

Die Emanzipation des Weibes ist das Recht des Kindes.

(Hedwig Dohm, deutsche Publizistin und Frauenrechtlerin, 1831-1919)