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Deutscher Frauenrat begrüßt Hilfetelefon für Frauen

Schild mit rotem Telefon

Das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Einrichtung eines bundesweiten Hilfetelefons wird von der Lobby der Frauen ausdrücklich begrüßt.

„Wir sind froh, dass der Bundestag dieses Projekt jetzt beschlossen hat – und gespannt auf seine Umsetzung. Wir hoffen, dass das Hilfetelefon fristgerecht zum Ende des Jahres 2012 freigeschaltet werden kann, und dass es diejenigen auch tatsächlich erreicht, für die es eingeführt wird“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Marlies Brouwers. 

Zugang zu Hilfemaßnahmen soll erleichert werden

Mit dem geplanten Frauenhilfetelefon, so erklärt das BMFSFJ, das den Entwurf für das neue Gesetz erarbeitet hat, sollen bestehende Beratungsangebote besonders für solche Gewaltopfer ergänzt werden, für die der Weg in eine Beratungsstelle körperlich, sprachlich oder kulturell bedingt eine große Hürde darstellt: etwa Frauen mit Migrationshintergrund, Opfer von Menschenhandel und Zwangsverheiratung oder Frauen mit Behinderung.

Das Telefon soll neben den betroffenen Frauen auch Menschen aus ihrem sozialen Umfeld und Personen zur Verfügung stehen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Gewaltopfern zu tun haben. Unter einer bundesweit einheitlichen Rufnummer werden qualifizierte Beraterinnen kostenlos, vertraulich und bei Bedarf mehrsprachige Beratung an Anlaufstellen vor Ort vermitteln. Das Hilfeangebot soll barrierefrei gestaltet werden. Die Freischaltung des Telefons ist für Ende 2012 geplant.

DF fordert Aufrechterhaltung einer wirksamen bundesweiten Infrastruktur gegen Gewalt

Der Deutsche Frauenrat hatte bereits im Mai 2011 zum Referentenentwurf für das Hilfetelefongesetz Stellung bezogen. Er hatte das Projekt ausdrücklich begrüßt, gleichzeitig aber auf den engen Zusammenhang zu notwendigen Folgemaßnahmen wie der Installation bzw. Aufrechterhaltung einer wirksamen bundesweiten Infrastruktur für von Gewalt betroffene Frauen (Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen, Interventionsstellen, Kooperations- und Vernetzungsstellen etc.) hingewiesen. „An dieser Stelle besteht noch erheblicher Handlungsbedarf des Staates, der nicht an Kompetenzzuweisungen scheitern darf“, warnte der DF. Es stehe zu befürchten, dass durch die geplante Abschaffung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gem. § 260 SGB III im Zuge der "Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente" vielen Unterstützungseinrichtungen beim Wegfall der bisherigen Finanzierung das Aus drohe. "Ohne konkrete Hilfeangebote wird jedoch auch das Hilfetelefon seine Zielsetzung nicht erreichen können", befürchtete der DF in seiner Stellungnahme von Mai 2011.


AutorIn: Ulrike Helwerth

Erstellt am: Freitag 02. Dezember 2011

Thema: Gewalt gegen Frauen, Hilfetelefon,

Die verzeihlichste Sünde in unserer Gesellschaft ist die Unabhängigkeit der Gedanken.

(Emma Goldmann, US-amerikanische Friedensaktivistin, Feministin und Anarchistin, 1869-1940)