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Antifeminismus

Homophobe Mobilmachung für die traditionelle Kleinfamilie

Flyer zeigt zwei Hände, die sich schützend um eine Familie aus Vater, drei Kindern und Mutter legt. Dazu die Worte: "Demo für alle - Gegen Gender-Ideologie, Pädophilie und Frühsexualisierung unserer Kinder an Kitas und Grundschulen“

Demo-Aufruf

In Deutschland weitet sich der Ruf zur Rettung der Vater-Mutter-Kinder-Familie aus. Ein Bündnis aus konservativen, religiös-fundamentalistischen, antifeministischen, lesben- und schwulenfeindlichen Kräften mobilisiert dabei im Rundumschlag gegen Geschlechter- und Gleichstellungspolitik. In München soll am 10. Mai die nächste Demonstration stattfinden. Die geistige Nähe zur homophoben Bewegung in Frankreich ist offensichtlich.

„Gegen Gender-Ideologie, Pädophilie und Frühsexualisierung unserer Kinder an Kitas und Grundschulen“. So heißt es im Aufruf „besorgter Eltern“, die – nach Stuttgart und Köln – jetzt auch in München ihre UnterstützerInnen auf die Straße bringen wollen. Überschrieben ist der Aufruf mit „Demo für alle“, einer wörtlichen Übersetzung des Slogans „Manif pour tous", unter dem 100.000 Menschen im vergangenen Februar in Paris gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht protestierten.

Demonstrationen in Stuttgart und Köln
Die geplante Protestaktion in München wird auf derselben Kampagnenwebsite beworben wie die Demonstrationen in Stuttgart gegen den Bildungsplan der baden-württembergischen Landesregierung. Dieser sieht vor, das Thema sexuelle Vielfalt im Unterricht fächerübergreifend zu behandeln. Dagegen versammeln sich in Stuttgart seit Februar immer wieder GegnerInnen. Sie forderten den Schutz von Kindern vor Aufklärung über Homo-, Trans- und Intersexualität. Auch in Köln gab es Demonstrationen.

Münchener Gleichstellungsstelle warnt vor sektiererischen Gruppierungen
Auf die für Mai in München angekündigte Demonstration reagierte die stellvertretende Leiterin der Gleichstellungsstelle der bayerischen Landeshauptstadt, Conny Lohmeier, mit der Aufforderung: „Bitte klären Sie in Ihrem Umfeld darüber auf, dass es sich dabei keineswegs um eine Veranstaltung handelt, die aus gleichstellungspolitischer Sicht unterstützt wird.“ Es entstehe eher der Eindruck, „dass sektiererische Gruppierungen nachvollziehbare Ängste von Menschen nutzen, um gegen Gleichstellungspolitik, Emanzipation und feministisches Gedankengut Stimmung zu schüren, in dem sie dies mit ‚Pädophilie und Frühsexualisierung‘ gleich setzen;“ so Lohmeier.


 

Erstellt am: Mittwoch 16. April 2014

Thema: Antifeminismus Homophobie

Mehr Stolz, ihr Frauen! Wie ist es nur möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung, die euch noch immer trifft. - Auch heute noch? Ja, auch heute noch.

(Hedwig Dohm, deutsche Publizistin und Frauenrechtlerin, Theoretikerin der radikalen Frauenbewegung, 1831-1919)