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EU-Kommission

Jean-Claude Juncker und das „Frauenproblem“

Juncker am Redepult, vor sich ein Schild mit der Aufschrift: Europa klar machen!

Jean Claude Juncker, Luxemburger und designierter EU-Kommissionspräsident
Foto: Shoshone CC-by-sa 3.0/wikipedia.org

Der designierte Präsident der zukünftigen EU-Kommission ist in Schwierigkeiten: Die Mitgliedsstaaten haben bislang kaum Frauen für die neu zu besetzenden 28 Kommissionsposten benannt. Mit einem Männerclub aber läuft Juncker Gefahr, im Europäischen Parlament (EP) durchzufallen. Denn Straßburg drängt auf eine geschlechtergerechtere Besetzung. In diese Richtung kommt außerdem Druck von außen. Auch der Deutsche Frauenrat hat sich mit einem entsprechenden Appell an Abgeordnete des EP gewandt.

In einem Brief an Mitglieder des Europäischen Parlaments zeigt sich die Vorsitzende der Frauenlobby, Hannelore Buls, besorgt darüber, dass Gerüchten zufolge bislang lediglich drei Namen von Kandidatinnen für das Amt einer Kommissarin bekannt seien. „Vor diesem Hintergrund fordern wir Sie auf, nur einer Kommission zuzustimmen, der mindestens ebenso viele Frauen (33 Prozent) wie der Kommission in der vergangenen Legislaturperiode angehören. Einen noch größeren Frauenanteil würden wir natürlich noch mehr begrüßen.“ Die gleichstellungspolitischen Ziele und Maßnahmen der EU seien in vielen Mitgliedsstaaten der Motor für entsprechende Maßnahmen. „Insofern wäre eine männerdominierte Besetzung der Kommission ein fatales Signal in Europa selbst, aber eben auch in die Mitgliedsstaaten hinein“, heißt es in dem Brief weiter.

EWL fordert KommissarIn für Frauenrechte und Gleichstellung
Die Europäische Frauenlobby (EWL) hat sich direkt an den designierten Kommissionspräsidenten gewandt. Sie pocht bei Juncker nicht nur auf Geschlechterparität bei der Besetzung der Kommission; sie fordert auch eine Kommissarin/einen Kommissar für Frauenrechte und Gleichstellung, damit die Gleichstellungsverpflichtungen, die die EU in unterschiedlichen Verträgen eingegangen ist, angemessen umgesetzt und auch eingehalten werden.

Weitere Informationen:

Offener Brief der EWL an den designierten EU-Kommissionspräsidenten Jean Claude Juncker (englisch)


AutorIn: Ulrike Helwerth

Erstellt am: Donnerstag 10. Juli 2014

Thema: EU-Kommission, Teilhabe, Quote

Der reine Männerstaat ist das Verderben der Völker.

(Helene Weber, deutsche Politikerin, eine der vier "Mütter" des Grundgesetzes, 1881-1962)