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Internetkampagne

Gegen sexualisierte Gewalt und Rassimus. Immer. Überall.

Kampagnenschriftzug "#ausnahmslos"

Kampagnenmotiv
/ausnahmslos.org/

Mit einem Aufruf gegen sexualisierte Gewalt reagieren Feministinnen auf die Übergriffe in Köln. Sie machen deutlich: Sexismus ist ein Problem unserer gesamten Gesellschaft. Und sie warnen davor, das Thema für rassistische Hetze auszuschlachten.

Unter der Überschrift „Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall“ und dem Hashtag #ausnahmslos fordern die Initiatorinnen zum einen Hilfe für die betroffenen Frauen, zum anderen dass auf politischer Ebene endlich die Schutzlücken im Straftatbestand der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung geschlossen werden müssen.

Keine Hetze gegen einzelne Bevölkerungsgruppen
Dabei warnen sie vor einer Vereinnahmung des Anliegens, um Rassismus zu befördern: „ Es ist für alle schädlich, wenn feministische Anliegen von Populist_innen instrumentalisiert werden, um gegen einzelne Bevölkerungsgruppen zu hetzen, wie das aktuell in der Debatte um die Silvesternacht getan wird“, so die 22 Initiatorinnen der Kampagne.

Sexualisierte Gewalt dürfe nicht nur dann thematisiert werden, wenn die „Täter die vermeintlich 'Anderen' sind: die muslimischen, arabischen, Schwarzen oder nordafrikanischen Männer – kurzum, all jene, die rechte Populist_innen als „nicht deutsch“ verstehen“, heißt es in dem Aufruf.

Unterstützung von Politikerinnen
Zu den Initiatorinnen gehören u.a. die Internetaktivistin Anne Wizorek, die Journalistinnen und Bloggerinnen Antje Schrupp und Kübra Gümüsay sowie die Rapperin Sookee. Erstunterzeichnerinnen sind u.a. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD), Grünen-Politikerin Claudia Roth und Linken-Chefin Katja Kipping. Die Kampagne hat im Internet in kurzer Zeit zahlreiche UnterstützerInnen erreicht.

Forderungen der Kampagne
Auch vor dem Hintergrund, dass die polizeiliche Kriminalstatistik jährlich mehr als 7.300 angezeigte Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen in Deutschland ausweist, fordert die Kampagne von der Politik:

  1. Die Arbeit der Beratungsstellen muss gestärkt und ihr Angebot ausgebaut werden.
  2. Die Gesetzeslage muss angepasst werden: Sexuelle Belästigung ist in Deutschland immer noch keine eigenständige Straftat.
  3. Mehr öffentliche Aufklärungsarbeit und eine Sensibilisierung dahingehend, dass die Gefahr, Sexismus und sexualisierte Gewalt zu erleben, im engen sozialen Umfeld besonders groß ist und in allen gesellschaftlichen Gruppen vorkommt.
  4. Auch eine geschlechtersensible Pädagogik kann (sexualisierter) Gewalt vorbeugen. Dazu zählt nicht zuletzt die Aufklärung über Geschlechterstereotype und die Bedeutung von Sprache.
  5. Polizei und Justiz müssen geschult werden, damit es überhaupt zur Strafverfolgung kommt und in diesen Prozessen sensibel und respektvoll mit Betroffenen umgegangen wird.

Offene, kritische und differenzierte Debatte
Von der Gesellschaft fordern die Unterzeichnerinnen eine Debatte über sexualisierte Gewalt, „die offen, kritisch und differenziert geführt werden“ müsse. Darüber hinaus dürfe es „keine Täter_innen-Opfer-Umkehrung“ geben, wie etwa „in Form von Verhaltensregeln für Betroffene“. Von Zeugen und Zeuginnen sexualisierter Gewalt wünscht sich die Kampagne, dass sie nicht wegschauen, sondern eingreifen.

Weitere Informationen:

Der Aufruf #ausnahmslos


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 12. Januar 2016

Thema: sexuelle Gewalt, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Gewaltschutz

Frauen werbt und wählt, jede Stimme zählt, jede Stimme wiegt, Frauenwille siegt.

(Elly Heus-Knapp, deutsche Politikerin, Sozialreformerin und die Gründerin des Müttergenesungswerks, 1891-1952. Wahlwerbung anlässlich des ersten Wahlgangs von Frauen am 19.1.1919)