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Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Männer gewinnen, Frauen verlieren

Mann, der einen Stapel von Ordnern mit der Aufschrift "Familie" und "Karriere" trägt

Familienväter haben weiterhin weniger berufliche Nachteile als Mütter
Foto: Marco2811/fotolia.com

Männer profitieren stärker von einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik als Frauen. Und: Für viele Frauen verschlechtert sich die berufliche Situation nach der Geburt des ersten Kindes langfristig. Zu diesen Ergebnissen kommen zwei neue Studien zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Eine Verbesserung der familienfreundlichen Leistungen innerhalb des vergangenen Jahres bescheinigten lediglich 3 Prozent der Mütter im Alter zwischen 25 und 39 Jahren ihren Arbeitgebern. 17 Prozent von ihnen sehen sogar eine Verschlechterung. Bei den Männern wiederum konstatierten 28 Prozent eine Verbesserung und nur 11 Prozent eine Verschlechterung.

"Wohlfühloase für Männer"
„Die Familienfreundlichkeit deutscher Unternehmen entpuppt sich immer mehr als Wohlfühloase für den Mann. Während Väter eine zunehmende Verbesserung ihrer beruflichen und familiären Situation wahrnehmen, äußern sich Mütter deutlich unzufriedener. Familienväter erleiden zudem weniger berufliche Nachteile als Mütter“, so fasst die Unternehmensberatung A.T. Kearney das Ergebnis ihrer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Beschäftigten aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu Lasten der Mütter
Auch eine Allensbach-Studie, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch immer zu Lasten der Mütter geht. Dafür wurden mehr als 3.000 Mütter und Väter mit Kindern unter 6 Jahren befragt. Vor der Geburt des ersten Kindes waren mehr als 70 Prozent der Paare in Vollzeit beschäftigt, nach dem Ende der Elternzeit waren es nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Frauen in Teilzeit erhöhte sich von 15 auf 55 Prozent. Nicht erwerbstätig waren vor der Geburt 8 Prozent der Frauen und 17 Prozent nach der Elternzeit.

Frauen im Osten eher wieder in Vollzeit tätig
Auch zwischen Ost und West gibt es nach wie vor große Unterschiede. So arbeiteten nach der Elternzeit in den östlichen Bundesländern 34 Prozent der Frauen in Vollzeit, in den westlichen 11 Prozent.

Teilzeit für beide Elternteile
Insgesamt waren für das berufliche Zurückstecken von Frauen die Betreuungsmöglichkeiten und das Einkommen entscheidend. Die Arbeitsteilung, bei der beide Elternteile in Teilzeit arbeiten, ist am beliebtesten. 28 Prozent wünschen sich diese, aber nur bei 4 Prozent ist dies auch der Fall.

Allmendinger fordert 32-Stunden-Woche für Männer und Frauen
Die Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung, Jutta Allmendinger, fordert seit langem, eine 32-Stunden-Woche für Männer und Frauen einzuführen, um so grundlegende Probleme wie ungleiche Bezahlung, Arbeitszeiten und Karrierechancen auszugleichen.

Quellen: faz.net, taz.de, atkearney.de  


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Montag 24. August 2015

Thema: Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung

Frauenrecht ist nicht nur ein abstrakter Begriff; es ist vor allem eine persönliche Sache. Es geht dabei nicht nur um "uns", sondern ebenso um mich und um dich.

(Toni Morrison, amerikanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin)