zum Hauptmenü oder zum Inhalt springen.

Inhalt

Nachrichten

CSU: Demografische Offensive mit Mütterquote

Foto: Harald Wanetschka/www.pixelio.de

Angesichts jüngster Zahlen zum Geburtentief in Deutschland haben sich führende CSU-PolitikerInnen für eine sogenannte Mütterquote ausgesprochen.

Demnach sollen bei gleicher Qualifikation der BewerberInnen diejenigen den Job bekommen, die Kinder erziehen. Der CSU-Fraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) kritisierte in der Welt am Sonntag die Benachteiligung von Müttern in der Arbeitswelt und forderte deshalb eine „demografische Offensive“ sowie eine Mütterquote.

Ansehensverlust von Müttern
Von der Notwendigkeit eines solchen Instruments ebenso überzeugt ist Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU): „Mütter erleiden nach der Geburt einen Ansehensverlust in der Arbeitswelt wie nirgendwo sonst auf der Welt“, so die CSU-Frau ebenso in der Welt am Sonntag. Deshalb will Haderthauer die ArbeitgeberInnen dazu bewegen, Mütter und Väter bevorzugt zu beschäftigen.

DIHK lehnt Mütterquote ab
Wenig begeistert von den Vorschlägen der CSU ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Dessen stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Achim Dercks, sagte der Bild: „Quoten jeder Art sind überhaupt keine Lösung, sie helfen weder Familien noch Betrieben.“ Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei vor allem eine bessere Kinderbetreuung nötig, nicht aber staatliche Regulierungen.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wurden 2009 rund 651.000 Jungen und Mädchen geboren, so wenig wie nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik. Gegenüber 2008 gingen die Geburten um etwa 3,6 Prozent zurück. Als Grund sehen die StatistikerInnen vor allem die sinkende Zahl von Frauen im gebärfähigen Alter. Etwa jede fünfte junge Frau verzichtet auf Nachwuchs. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liegt statistisch bei knapp 1,38.

Elterngeld: Entscheidender Durchbruch nicht erreicht
Ursula von der Leyen (CDU) hatte in ihrer Amtszeit als Bundesfamilienministerin die Einführung des Elterngeldes auch mit dem Anspruch verbunden, dass Frauen wieder mehr Kinder bekommen. Gut zwei Jahre nach Einführung des Elterngeldes zieht jedoch die CSU-Politikerin Haderthauer eine kritische Bilanz zum Elterngeld als Geburtenmotor: "Wir haben den entscheidenden Durchbruch nicht erreicht."


AutorIn: Nathalie Sopacua

Erstellt am: Dienstag 25. Mai 2010

Thema: Familienpolitik

Insbesondere Geld, gesellschaftliche Akzeptanz, Ungebundenheit und Macht sind auch heute noch so ungleich verteilt, dass wir schlechterdings nicht behaupten können, Frauen rivalisierten unter gleichen Bedingungen.

(Christine Bergmann, deutsche Politikerin, Berliner Senatorin, 1998-2002 Bundesfrauenministerin)