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Pressemeldung

Berlin,  Donnerstag 07. Januar 2016

Gewalt gegen Frauen

Sexualisierte Gewalt ist kein „Kollateralschaden“

Der Deutsche Frauenrat ist schockiert über die organisierte Gewalt von Männern an Frauen, die sich in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten im öffentlichen Raum und unter den Augen der Polizei Bahn brach.

Dazu die stellvertretende Vorsitzende und Expertin für das Thema Gewalt an Frauen, Mona Küppers: „Wir fordern, dass nach den Tätern mit Hochdruck gefahndet wird und sie mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden. Die Behörden, insbesondere die Polizei, sind dafür verantwortlich, Übergriffe auf Frauen im öffentlichen Raum zu verhindern und sie entsprechend zu schützen. Sexualisierte Gewalt ist kein ‚Kollateralschaden’ etwa von Straßenraub, Frauen sind kein Freiwild – und die Kölner Domplatte ist kein Kairoer Tahrir-Platz.“

Die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Hannelore Buls, fordert zudem: „Die Politik muss eindeutig Stellung beziehen, dass das Handlungserfordernis auf der Seite der Männer als Täter liegt, die unsere Gesetze einzuhalten haben. Das Grundgesetz garantiert für Frauen und Männer den Schutz ihrer Würde und körperlichen Unversehrtheit. Verhaltensmaßregeln für Frauen lenken die Verantwortung von den Tätern auf die Opfer, sie sind, wenn nicht zynisch gemeint zumindest äußerst unbedacht und völlig kontraproduktiv.“ 

Mit Fassungslosigkeit reagierte der Vorstand auf die kriminellen Attacken auf Frauen. „Uns stellt sich die Frage“, so Buls weiter, „an wen diese Kampfansage gerichtet war: an unsere demokratische Ordnung, die für Frauen und Männer gleiche Rechte und Pflichten vorgibt? An die Behörden, die solchem organisierten Terror zunächst rat- und tatenlos gegenüber standen? An Frauen, denen auf diese kriminelle Art und Weise mitgeteilt werden sollte, dass sie die Nacht den Männern überlassen sollen? Sie kann aber ebenso als Brandsatz gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik betrachtet werden, wie vielerorts vermutet wird. Der Deutsche Frauenrat hatte sich bereits mehrfach an Bundeskanzlerin Merkel und Bundesinnenminister de Maizière gewandt, um darauf hinzuwirken, dass dem Schutz von Frauen vor Gewalt mehr Nachdruck verliehen wird. Die Forderung, die bislang insbesondere für geflüchtete Frauen galt, muss nun auf alle Frauen hierzulande erweitert werden.“

AutorIn: Ulrike Helwerth

Erstellt am: Donnerstag 07. Januar 2016

Die Emanzipation des Weibes ist das Recht des Kindes.

(Hedwig Dohm, deutsche Publizistin und Frauenrechtlerin, 1831-1919)