Pressemeldungen
Berlin, Donnerstag 03. März 2011
Unisextarife: Mehr Gerechtigkeit darf nicht heißen: Alle zahlen drauf
05/2011
Deutscher Frauenrat zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu geschlechtsneutralen Versicherungspolicen
Der Deutsche Frauenrat begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), das Privatversicherungen auferlegt, spätestens bis Dezember 2012 ihre Leistungen zu geschlechtsneutralen Tarifen anzubieten.
Damit hat sich eine lange Forderung der Lobby der Frauen nach Unisextarifen endlich erfüllt. Denn die für Frauen und Männer oft unterschiedlich berechneten Beiträge belasten besonders in der privaten Krankenversicherung Frauen ungerechtfertigt deutlich höher.
Kritisch sieht der Deutsche Frauenrat die Ankündigung der Versicherer, mit den Unisextarifen die Prämien grundsätzlich zu erhöhen und damit Frauen wie Männern finanzielle Nachteile zu bereiten.
„Das Urteil bietet keine Veranlassung, über die Erhöhung der Prämien nachzudenken – sondern lediglich über die diskriminierungsfreie Lastenverteilung“, so die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Marlies Brouwers. Mit der Ankündigung der privaten Versicherungswirtschaft, etwa die Kfz-Versicherung für Frauen und die Lebensversicherung für Männer teurer zu machen, werde die grundsätzliche Entscheidung des EuGH für mehr Gerechtigkeit konterkariert und den Versicherungsnehmern und -nehmerinnen madig gemacht. „Mehr Gerechtigkeit darf nicht heißen: Alle zahlen automatisch drauf. Wir fordern die Privatversicherer daher auf, offenzulegen, auf welcher Basis sie die angekündigten Tariferhöhungen kalkuliert haben. Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie sich bei der Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie konsequent auch opportuner Preistreiberei entgegenstellt“, so Marlies Brouwers.
Erstellt am: Donnerstag 03. März 2011


