Pressemeldungen
Berlin, Mittwoch 07. März 2007
Frauen sind mehr wert!
Deutscher Frauenrat zum Internationalen FrauentagFrauen in Europa verdienen durchschnittlich 15 Prozent weniger als Männer. Dies geht aus dem EU-Gleichstellungsbericht 2007 vor. In Deutschland beträgt die Einkommenskluft zwischen Männern und Frauen durchschnittlich sogar über 20 Prozent und ist in den vergangenen Jahren noch gewachsen.
04/2007
„Dabei gilt der Grundsatz ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit’ bereits seit 1957. Er fand Eingang in die Gründungsverträge zur Europäischen Union und wurde später der wichtigste Bezugspunkt für eine EU-Gleichstellungspolitik, die alle diskriminierenden Hemmnisse auf dem Arbeitsmarkt beseitigen sollte und auch sonst viele Impulse für mehr Geschlechtergerechtigkeit lieferte“, sagte Brunhilde Raiser, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates. „Doch die ökonomische Basis, auf der unser Geschlechterverhältnis beruht, blieb davon in fünfzig Jahren fast unberührt: Unsere Gesellschaft lebt nach wie vor davon, dass strukturell ‚weibliche’ Tätigkeiten unter- und ‚männliche’ Tätigkeiten überbewertet werden. Das beginnt lange vor der Schule, setzt sich auf dem Arbeitsmarkt fort, schlägt sich nieder in den Renten und führt häufig zu Altersarmut bei Frauen. Dieser grundlegenden Diskriminierung kommen wir mit der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf allein nicht bei. Erst Recht nicht, wenn sie nur auf Frauen gemünzt ist. Geschlechtergerechtigkeit fängt mit gerechter Bewertung und Entlohnung an. Frauen sind mehr wert!“
Als ersten Schritt fordert der Deutsche Frauenrat daher die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, der „nicht nur die nackte Existenz sichert“, so die Vorsitzende der Frauenlobby. „Doch Entgeltgleichheit heißt weit mehr, wir müssen viel grundsätzlicher Fragen und Forderungen stellen für eine gerechte Neubewertung und Neuverteilung gesellschaftlich notwendiger und wünschenswerter Arbeit.“
Am 25. März 2007 will die Bundesregierung auf Berlins Straßen mit einem großenBürgerInnen-Fest die Gründung der Europäischen Union vor 50 Jahren feiern. Der Deutsche Frauenrat wird mit dabei sein und aus gegebenem Anlass mit deutschen und europäischen Gästen die Themen Bildung, Arbeit, Arbeitsmigration, Alterssicherung und Armut öffentlich diskutieren.
Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Deutschen Frauenrates auf dem EU-Fest am 25.3.2007 in Berlin hier auf der DF-Website.
Der EU-Gleichstellungsbericht 2007 (deutsch mit Statistiken in englisch)
Berlin
Erstellt am: Mittwoch 07. März 2007

