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Ich frage mich manchmal, ob Männer und Frauen wirklich zueinander passen. Vielleicht sollten sie einfach nebeneinander wohnen und sich nur ab und zu besuchen.

(Katherine Hepburn, 1907-2003, amerikanische Schauspielerin)

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Pressemeldungen

Berlin,  Montag 10. November 2008

Chancengleichheit in der Privatwirtschaft ohne Chance?

DEUTSCHER FRAUENRAT fordert erneut ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft

Die Mitgliederversammlung des DEUTSCHEN FRAUENRATES hat die 3. Bilanz der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der Deutschen Wirtschaft zur Förderung von Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft erneut als unzureichend angemahnt. Er ist der Auffassung, dass sie nur vorgelegt wurde, um eine gesetzliche Verpflichtung zur Förderung der Chancengleichheit zu verhindern. 10/2008

Im einzelnen stellte die Frauenlobby zu dem seit Juni diesen Jahres vorliegenden Bericht der Bundesregierung mit dem Titel „Europa im Blick“ fest: Die Position Deutschlands bewegt sich in fast allen Bereichen maximal im Mittelfeld.  Die Sammlung vieler guter Beispiele aus der Praxis und der statistischen Vergleiche mit anderen EU-Staaten ist zwar löblich, erfolgte jedoch ohne Anspruch auf eine aussagekräftige Auswertung. Auch die Fakten im nunmehr dritten Bericht wurden offenbar zufällig zusammengestellt, um wenigstens geringe Fortschritte dokumentieren zu können und lassen einen Vergleich der Berichte überhaupt nicht zu. Die Bundesregierung und die Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft sind sich nach wie vor einig, dass es auch weiterhin keiner gesetzlichen Regelung zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Erwerbsleben bedarf und setzen auf die Strategie der freiwilligen Vereinbarung. Hinzu kommt, dass die Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern nach wie mit rund 24 Prozent über dem EU – Durchschnitt liegen, so dass sich immer mehr Menschen und insbesondere Frauen dasselbe Stück vom Kuchen teilen müssen. Kleine Teilzeitjobs und niedrige Stundenlöhne gehören zur Realität der meisten berufstätigen Frauen in Deutschland.

Die Mitgliederversammlung des DEUTSCHEN FRAUENRATES verabschiedete unter anderem eine Resolution mit dem Titel „Ohne Frauen fehlt der Technik was“. Ausschlaggebend dafür war, dass Frauen bei der Entscheidung über technische Entwicklungen nur sehr selten eine Rolle spielen und Technik nach wie vor als Männersache gilt - eine Zuschreibung, die sich hartnäckig hält, obwohl Frauen in den Fertigungsbereichen technischer Betriebe schon immer beschäftigt waren und heutzutage zunehmend auch in den High-Tech-Bereichen unter anderem als Technikerinnen oder Ingenieurinnen tätig sind. Die Zuschreibung hält sich auch ungeachtet der Tatsache, dass Frauen in nichttechnischen Berufen und im Haushalt mehr und mehr hochkomplizierte technische Geräte nutzen. Dennoch spielen ihre Wünsche und Erwartungen an diese Geräte und Maschinen bei deren Entwicklung kaum eine Rolle. Dass zum Beispiel Hersteller von Waschmaschinen wirklich wissen, „was Frauen wünschen“, kann getrost bezweifelt werden. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass in Technikforschung und -entwicklung vorrangig die Interessen und Herangehensweise von gesunden erwachsenen Männern mit westlichem Kulturhintergrund, nicht aber die von Frauen, Kindern, älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen und Menschen aus anderen Kulturkreisen berücksichtigt werden.

Mit Blick auf die Technikentwicklung, die Technologiepolitik und die Technikfolgenforschung lässt sich feststellen, dass eine angemessene Beteiligung der Zivilgesellschaft nicht vorgesehen ist. Eine Bürger/innenbeteiligung findet – wenn überhaupt – vorwiegend nur bei kommunalen Entscheidungen statt. Insgesamt besteht aber nach wie vor der Eindruck, dass so genannte Experten und wenige Expertinnen darüber entscheiden, welche Technik „die Menschheit“ benötigt.  Die neue Vorsitzende des DEUTSCHEN FRAUENRATES Marlies Brouwers bekräftigte anlässlich ihrer Wahl die Ziele der Resolution: „Der Deutsche Frauenrat will sich zukünftig stärker in die öffentlichen Diskussionen über Technikentwicklung, Technologiepolitik und Technikfolgenforschung einbringen. Er will so dazu beizutragen, dass einerseits die Technikakzeptanz steigt, andererseits aber mögliche negative Auswirkungen von Entwicklungen ernsthaft und transparent für alle Bürger/innen dargestellt und diskutiert und daraus evtl. notwendige Konsequenzen gezogen werden können. Ziel ist dabei auch, der Technikdistanz bei Frauen entgegen zu wirken. Gleichzeitig will der Deutsche Frauenrat der Vorstellung entgegenwirken, Technik sei objektiv, wertfrei und geschlechtsneutral“.

Neuer Vorstand gewählt

114 Delegierte von 45 der insgesamt 56 Mitgliedsverbände des DEUTSCHEN FRAUENRATES wählten die 50-jährige Diplom-Ingenieurin Marlies Brouwers von der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauenverbände und  - gruppen zur ersten Vorsitzenden sowie Claudia Menne vom Deutschen Gewerkschaftsbund – Abteilung Frauen und Dr. Bettina Schleicher von den Business and Professional Women – Germany e.V. zu stellvertretenden Vorsitzenden. Als Beisitzerinnen gehören dem neuen Vorstand an: Dr. Dagmar-E. Dennin vom Deutschen Ärztinnenbund e.V., Ilona Helena Elsner für die Evangelischen Frauen in Deutschland e.V., Almuth Kollmorgen vom Deutschen Juristinnenbund e.V.,  Sieglinde Scheel vom Demokratischen Frauenbund e.V., Dr. Ing. Kira Stein vom Deutscher Ingenieurinnenbund e.V. und Gabriele Wrede vom Deutscher Olympischer Sportbund. Der neue Vorstand ist für zwei Jahre gewählt und wird erstmals im Dezember 2008 zusammentreten.


Pressekontakt DF:
Gundel Köbke i. V./p.p. Ulrike Helwerth
Deutscher Frauenrat / National Council of German Women's Organizations
Presse- und Öffentlichkeitsreferentin / Communications Director Axel-Springer-Str. 54a
D-10117 Berlin / Germany
Fon: +49 30 204569-17
Fax: +49 30 204569-44
g.koebke@frauenrat.de
www.frauenrat.de

PM 10/2008: Chancengleiichheit in der Wirtschaft ohne Chance?

Berlin

 

Erstellt am: Montag 10. November 2008

 

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