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Ich bin überzeugt, wenn das tägliche Honorar für eine Krankenwärterin zehn Goldstücke betrüge, so würde kein Beruf der Welt weniger für eine Frau geeignet sein als dieser; keiner würde die Schamhaftigkeit mehr verletzen, den Ekel stärker erregen, und in gewohnter Huld würde man nimmer mehr der schwächlichen Frau die Last der Krankenpflege aufgebürdet haben.?

Hedwig Dohm, Publizistin und Frauenrechtlerin, 1874

Who cares? Diese Frage hat eine interessante doppelte Bedeutung. Zum einen: Wer kümmert sich, wer trägt Sorge? Zum andern aber auch: Wen schert's, wen kümmert's? Uns! Denn Care-Ökonomie, das Sorgen für und Versorgen von Menschen, Tätigkeiten, ohne die keine Gesellschaft überleben kann, ist vor allem Frauensache. Acht Frauen aus Berlin stehen in dieser Ausstellung exemplarisch für die Vielfalt und Verantwortung von Sorgeberufen.

Sie helfen, Kinder auf die Welt zu bringen, pflegen alte und kranke Menschen, erziehen Kinder; sie betreuen PatientInnen, arbeiten mit traumatisierten Jugendlichen oder anderen Menschen in Not; sie putzen Wohnungen und Büros, kochen und waschen oder renken blockierte Rückenwirbel wieder ein. Sie sorgen jeden Tag dafür, dass andere auf die Welt kommen, groß werden, (über-)leben, gesund werden und bleiben, effektiv arbeiten können.

Gemeinsam ist allen: Sie machen ihre Arbeit gern und mit Engagement. Doch für alle gilt auch ?Viel Dienst ? wenig Verdienst?. Denn für ihre qualifizierten und lebenswichtigen Leistungen werden sie nicht angemessen wertgeschätzt. Die systematische Unterbewertung sogenannter frauentypischer Berufe aber ist mitverantwortlich für die fortdauernde Entgeltdiskriminierung.

Frauen verdienen mehr!

Die Schieflage, die sich in der ungleichen Bewertung und Bezahlung von ?Frauen-? und ?Männerarbeit? widerspiegelt, wurde bereits vor mehr als 130 Jahren von der Publizistin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm so originell und ironisch spitz beschrieben, dass wir ihr Zitat unserer Ausstellung als Leitmotiv vorangestellt haben.

Eine Gesellschaft liegt schief, wenn ihr die Arbeit mit und an Menschen weniger wert ist als die Arbeit mit und an Maschinen, wenn eine Hebamme weniger verdient als ein Berufskraftfahrer oder eine Diplom-Sozialpädagogin weniger als ein Diplom-Ingenieur für Informatik.

Daher kämpft der Deutsche Frauenrat für die Anerkennung und Aufwertung frauentypischer Berufe. Er fordert gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Er setzt sich für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in allen Erwerbsbereichen ein, auch für mehr Männer in Sorgeberufen.

Ausstellungskalender

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Informationen zur Ausstellung

Who cares? - Sorgeberufe ist konzipiert als Wanderausstellung und kann rund um die Themen geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Entgeltgleichheit, Frauenerwerbstätigkeit und Sorgeberufe vielfältig eingesetzt werden.

Die Ausstellung besteht aus 9 leicht auf- und abzubauenden Roll-up-Displays: 8 Porträts und 1 Texttafel mit den Maßen 85x215 cm.

Haben Sie Interesse, die Ausstellung in Ihrer Arbeit vor Ort einzusetzen?

Und/oder haben Sie weitere Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an: who-cares(at)frauenrat.de.

Detaillierte Informationen zu den Ausleihbedingungen finden Sie hier.

Die Porträts der Ausstellung

Fotos: Sharon Adler
Texte: Britta Meyer, Ulrike Helwerth
Gestaltung: Jakina U. Wesselmann

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Ausleihbedingungen

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Ausstellung, die Sie im Rahmen Ihrer Arbeit vor Ort einsetzen können. Informationen zu den Ausleihbedingungen, dem Transport, den Kosten und eine kurze Aufbauanleitung finden Sie hier.

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Begleitmaterial für die Ausstellung

Folgendes Material bieten wir Ihnen als Download in Druckqualität zum Selbstdruck an:

Poster
Format DIN A2 mit Blankofeld für Selbsteindruck, 4-farbig (PDF 2,8 MB)

Lesezeichen

8 Motive, Format 1/2 DIN A5 hoch, 4-farbig, (PDF 6,3 MB)
Muster vorne
Muster hinten

Begleitbroschüre
Format 1/2 DIN A4 hoch, 28 Seiten mit Blankofeld im Impressum (S. 27) für Eintrag der jeweiligen Druckerei, 4-farbig, Ansichtsexemplar, die Druckdatei kann bei uns angefordert werden.

Deckblatt für ein BesucherInnenbuch
mit Blankofeld zum Selbsteindruck, 4-farbig (PDF 2,7 MB)
(wir freuen uns über eine Kopie nach Ende der Ausstellung)

Feedback-Bogen
Wir freuen uns auf die Rückmeldung der LeihnehmerInnen.

Ausstellungseröffnung am 7. Juni 2013

Barbara Maile vor ihrem Porträt, Foto: Sharon Adler
Sükran Simsek vor ihrem Porträt, Foto: Sharon Adler
Susanne Rinne-Wolf vor ihrem Porträt, Foto: Sharon Adler
Besucherinnen, Foto: Deutscher Frauenrat
Hannelore Buls, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates eröffnet die Ausstellung, Foto: Sharon Adler
Ausstellungmacherinnen v.l.n.r.: Sharon Adler (Fotografin), Ulrike Helwerth (Redakteurin), Britta Meyer (Autorin), Foto: Deutscher Frauenrat

Eine kurze Geschichte der Ausstellung

Mit dem Thema Care, der Sorge- und Versorgungsarbeit, beschäftigte sich der Deutsche Frauenrat zum ersten Mal ausführlicher auf seiner Mitgliederversammlung 2011 im Rahmen eines Studienteils über nachhaltiges ?grünes? Wirtschaften (Green Economy). Aspekte dieser Diskussionen fanden Eingang in die Öffnet externen Link in neuem FensterAusgabe 2/2012 unserer Zeitschrift FrauenRat.

Die Text-Bild-Strecke jener Ausgabe wurde beim Team des Frauen-Online-Magazins AVIVA-Berlin, der Fotografin Sharon Adler und der Autorin Britta Meyer, in Auftrag gegeben. Die Aufgabe lautete, Frauen, die in sogenannten Sorgeberufen tätig sind, in typischen Arbeitssituationen zu fotografieren und sie über ihre Arbeit, deren positive, aber auch negative Aspekte, sowie über ihre Einkommenssituation zu befragen.

Im Zusammenspiel dieser Porträts entstand exemplarisch ein aussagekräftiges ?Lagebild? von Sorgeberufen. Eine FrauenRat-Leserin, Gleichstellungsbeauftragte einer westdeutschen Kommune, brachte uns auf die Idee, aus diesen Porträts eine Ausstellung zu machen. Diese Anregung haben wir gern aufgegriffen. Das Ergebnis liegt hiermit vor.

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Weiteres Material zum Thema Care-Ökonomie

"Wir können zwar immer schneller Autos produzieren, aber nicht schneller Alte pflegen oder Kinder erziehen"
Interview mit der Ökonomin Mascha Madörin über das volkswirtschaftliche Gewicht unbezahlter und bezahlter Sorge- und Versorgungsarbeit
von Ulrike Helwerth
In: FrauenRat 2/2012

Grundlage allen Wirtschaftens
Care: feministische Kritik an den marktwirtschaftlichen Verwertungszwängen von Sorge und Versorgungsarbeit
von Daniela Gottschlich
In: FrauenRat 2/2012


Die bescheidene Perle
Zigtausende Osteuropäerinnen betreuen alte Menschen in deutschen Haushalten
von Cornelia Gerhard
In: FrauenRat 2/2012


Viel Qualifikation ? wenig Lohn
Medizinische Fachberufe bleiben trotz schlechter Bezahlung für Frauen attraktiv
von Margret Urban
In: FrauenRat 2/2012

 
Für alle Fälle Natalie
FallmanagerInnen sollen LandärztInnen die Arbeit erleichtern ? ein Pilotprojekt in Brandenburg
von Simone Schmollack
In: FrauenRat 2/2012


Care Ökonomie: Nachhaltig geschlechtergerecht Wirtschaften und Leben!
Dossier des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung

Mehr Stolz, ihr Frauen! Wie ist es nur möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung, die euch noch immer trifft. - Auch heute noch? Ja, auch heute noch.

(Hedwig Dohm, deutsche Publizistin und Frauenrechtlerin, Theoretikerin der radikalen Frauenbewegung, 1831-1919)