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Rentenlücke

Kaum Veränderungen beim Gender Pension Gap

Ältere Frau hinter älterem Mann beim Walken

Gender Pension Gap verringert sich kaum.
Foto: Wavebreak Media Ltd./123rf.com

Der Gender Pension Gap (GPG) benennt die Lücke bei den Rentenansprüchen zwischen Frauen und Männern. Langfristig wird diese schrumpfen, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Allerdings nicht so sehr, weil sich die Alterssicherung für Frauen verbessern wird, sondern weil die Rentenansprüche von Männern sinken werden.

Derzeit ist in den westlichen Bundesländern der Gender Pension Gap mit 42 Prozent fast doppelt so groß wie in den östlichen mit 23 Prozent, so die Untersuchung. Zwar sei der GPG bereits in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund gestiegener Frauenerwerbstätigkeit und einer besseren Ausbildung von Frauen geringer geworden, beim Blick in die Zukunft jedoch sei eine Angleichung der Rentenansprüche von Männern und Frauen vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Renten der Männer sinken und nur jene von Frauen im Westen steigen würden.

Geschlechtsspezifische Unterschiede sorgen für Rentenlücke
Das Team um den Ökonomen Dr. Markus Grabka untersuchte die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Rente auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels und der Rentenversicherung. Danach sind vor allem Unterschiede beim sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt für die niedrigeren Rentenansprüche von Frauen verantwortlich.

Lohnlücke potenziert Rentenlücke
Als Gründe hierfür nennt die Studie: Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Berufen, sind seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit tätig. Des Weiteren unterbrechen Frauen bis heute häufiger ihre Erwerbstätigkeit, um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu versorgen. Was für eine Lohnlücke sorgt, potenziert sich dann bei der Rentenlücke.

Um Frauen im Alter vor Armut zu schützen empfiehlt die Studie, die von der Hans-Böckeler-Stiftung gefördert wurde, etwa eine „unterstützende Infrastruktur“ für Familien auszubauen.

Weitere Informationen:

Zur Studie „Der Gender Pension Gap verstärkt die Einkommensungleichheit von Männern und Frauen im Rentenalter“ 

Im vergangenen Jahr formierte sich unter Federführung von Verdi ein Frauenbündnis gegen Altersarmut zu dem auch der Deutsche Frauenrat gehört (wir berichteten).


AutorIn: Christine Müller

Erstellt am: Dienstag 07. Februar 2017

Thema: Gender Pension Gap, Armut

Eine gescheite Frau hat Millionen geborener Feinde: alle dummen Männer.

(Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Dichterin, 1830-1916)