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Hebammenprotest gegen Versorgungslücke in der Geburtshilfe

"Die Welt braucht Hebammen, heute mehr denn je". Unter diesem Motto startet der Deutsche Hebammenverband am 5. Mai 2010 eine E-Petition. Sie soll den Deutschen Bundestag dazu bewegen, sich mit der drohenden Versorgungslücke zu befassen, die in der Geburtshilfe klafft.

Die Initiatorinnen der E-Petition fordern vom Bundestag Sofortmaßnahmen, um eine wohnortnahe Versorgung von Frauen mit Hebammenhilfe und die freie Wahl des Geburtsortes auch nach dem 1. Juli 2010 sicher zu stellen. Gefordert wird auch die Aufnahme eines Sicherstellungsauftrages für Hebammenhilfe analog § 72 SGB V. Des Weiteren soll der Bundestag eine Datenerhebung zum Bedarf an Hebammenhilfe und deren Deckung beschließen.

Enorme Haftpflichtprämien

Der Protest gründet vor allem in den enorm gestiegenen Haftpflichtprämien, die viele Hebammen in jüngster Zeit zum Aufgeben der Geburtshilfe zwangen. So zahlten beispielsweise 1992 freiberufliche Hebammen eine jährliche Versicherungsprämie von umgerechnet 179 Euro, in der auch die Geburtshilfe eingeschlossen war. Bis 2009 stieg diese Jahresprämie auf 2.370 Euro - und damit um mehr als das Zehnfache. Dadurch sank der Anteil der Hebammen, die neben Schwangerenvorsorge und der Betreuung im Wochenbett auch Geburtshilfe anbieten, auf 23 Prozent. Zum 1. Juli 2010 soll die Haftpflichtprämie für das Berufsrisiko Geburtshilfe auf 3.689 Euro steigen. Damit sei absehbar, so der Deutsche Hebammenverband, dass sich die verbleibenden Hebammen aus dem Kernbereich ihres Berufes zurückziehen.

Der Deutsche Hebammenverband ruft daher zur Unterstützung seiner E-Petition auf. Bis Mitte Mai müssen 50.000 elektronische Unterschriften zusammenkommen, damit sich der Deutsche Bundestag mit dem Thema befassen muss.

Der Deutsche Hebammenverband ist Mitglied des Deutschen Frauenrates, der diese Initiative unterstützt. 

Weitere Informationen

www.hebammen-protest.de
oder direkt zur Öffnet externen Link in neuem FensterE-Petition


 

Erstellt am: Dienstag 04. Mai 2010

Thema: Frauengesundheit, Geburtshilfe, Hebammen

Wir sollten die Begriffsverwirrung endlich richtigstellen: Frauen haben genug Arbeit. Was ihnen fehlt, ist bezahlte und qualitativ zumutbare Arbeit.

(Marieluise Beck, deutsche Politikerin, Mitgründerin der Grünen, Mitglied des Deutschen Bundestages, 2002-2005 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)